Zwischeninfo 20.05.2011

Liebe Leserinnen und Leser,

da die letzten 5 Tage vollgepackt waren mit der Besichtigung der Sehenswuerdigkeiten Jordaniens sind wir Euch noch den letzten Blog zum Abschluss der Rallye schuldig geblieben. Noch heute Nacht fliegen wir wieder Richtung Heimat und werden diesen letzten Blog in Stuttgart aufsetzen, Insha“allah. Es ist ausserdem geplant, dass die einzelnen Teammitglieder ein persoenliches Fazit einstellen und wir werden eine kleine Bildergalerie zusammenstellen. Der Vollstaendigkeit halber werden wir auch noch zu den einzelnen Rallyetagen die Bilder nachtraeglich einfuegen. Also schaut ab und zu noch rein – es lohnt sich.

Liebe Gruesse
Euer Team arch-orient

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12./13. und 14. Rallyetag (11./12./13.05.2011): Zwei weitere Tage auf See und ein unerwartetes Ende der Rallye Allgäu-Orient 2011


Heute vormittag gibt es nicht viel zu berichten. Der Ablauf eines Tages mit uns auf der Fähre: Frühstück, Herumlümmeln, Ratschen mit unseren neuen Freunden, den Glockenstupfern; Bernd, Erwin und Uwe reparieren das Auto von Tobias und Werner: der Auspuff wird weiter abgeschraubt und mit Metallstangen das Innere des Kats zerschlagen und entfernt. Zwischendurch wird immer wieder der Motor angelassen und das Gaspedal durchgetreten: klasse Sound kommt da jetzt raus; Essen, noch mehr Ratschen, Blick auf das Mittelmeer, Sonnenuntergang.

arch-orient diskutiert die weitere Route. So wie es aussieht, werden wir die Rallye wohl noch komplett durchziehen können, Insha’allah, und nicht abbrechen, wie wir es angedacht haben. Kurze Nachricht von Nicole: Sie und Werner’s Familie sind wohlbehalten in Jordanien angekommen und das Camp ist „megageil“.

In der Nacht dann die Hiobsbotschaft: Wir dürfen nicht nach Ägypten einreisen. Zunächst ist unklar, warum. Das OK setzt alle Hebel in Bewegung, um doch noch die Einreisegenehmigung zu bekommen. In einer weiteren Durchsage von Wilfred erfahren wir, dass der deutsche und der türkische Botschafter in Verhandlungen mit den ägyptischen Behörden stehen. Dann, kurze Zeit später kommt die endgültige Aussage: Wir bekommen definitiv keine Einreisegenehmigung und müssen, 20 Seemeilen vor der Grenze beidrehen und wieder nach Mersin zurückfahren. Uns ist jetzt klar, dass die Rallye Allgäu-Orient 2011 mit Ankunft in Mersin ihren Schlusspunkt finden wird. Wir sind sehr enttäuscht: darueber, dass die Rallye jetzt vorbei ist, darüber, dass wir die Autos nicht mehr nach Jordanien bringen werden, so wie wir es uns auch vorgestellt hatten und wohin sie eigentlich auch hin sollten. Über die Buschtrommeln hören wir, dass die Lage auf dem Sinai sich dramatisch verschlechtert hat; Menschen demonstrieren, es gibt einen Anschlag auf die Ölpipeline und Kirchen sollen brennen. Da wir kein Netz und somit keinen Handyempfang haben, können wir mit der Außenwelt nicht in Kontakt treten. Die Kommunikation zwischen dem OK und den Botschaftern findet ueber den Reeder statt. Wenigstens erfahren wir, dass auf der Homepage des OK eine Meldung über unsere Lage abgesetzt werden konnte. Da die Rallyeteilnehmer nicht auf diese Situation eingestellt sind, entsteht Unruhe angesichts der Versorgung von zumindestens Trinkwasser gefolgt von Lebensmitteln. Immerhin sind das weitere 36 Stunden auf See. In dieser Lage bekommen wir unerwartete und sehr nette Hilfe: die Mannschaft der Fähre lässt uns ausrichten, dass sie ihre Vorräte mit uns teilen wird. Dies wird schon zum Frühstück am nächsten Tag großzügig umgesetzt. Dass die Fähre schon lange Jahre auf dem Buckel hatte, so wie es uns Markus und George erzählten, sah man ihr auch an. Die Schiffsplanken waren abgenutzt, die sanitären Räumlichkeiten in einem dem Alter entsprechenden Zustand gleichwohl sie zu Anfang unserer Reise noch gut funktionierten. Unangenehm wurde es erst, als wir beidrehen mussten und es kein Wasser mehr gab: weder in den Wasserhähnen noch auf der Toilette. Da hiess es, improvisieren, was das Zeug hält. Auch der Muell der 4 Tage fand seinen Platz auf dem Parkdeck.

Der 14. Rallyetag ist geprägt von kollektiver Seekrankheit, da wir sehr unruhigen Wellengang haben. Zeitweise schwankt die Fähre so sehr, dass man beim Senken im hinteren Bereich über die Reling schon die Wasseroberfläche sehen kann. Vielen Rallyeteilnehmern ist stärker oder schwächer übel oder sie müssen erbrechen. Leider blieben einige unserer Jungs davon nicht verschont. Etwas Abhilfe konnten glücklicherweise Tabletten gegen ebendiese schaffen, die die Crew an die Passagiere verteilte. Gegen Abend wurde die Situation dann glücklicherweise auch bei unseren Jungs wieder stabiler. Unsere Verpflegung am heutigen Tag war unter den gegebenen Umständen richtig lecker: Frühstück bestehend aus Brot, Oliven und Käse, Pasta zum Mittagessen und Reis und gegrilltes Hühnchen zum Abendessen. Bei dieser Gelegenheit hatten wir auch unser Dosenfutter aufgebraucht. Am Abend dann Lagebesprechung mit dem OK und den Teamleitern. Tobias überbringt uns das Neuste, was aber tatsächlich nichts Neues ist. Das Wichtigste für uns jetzt ist es, eine Möglichkeit zu finden, nach Amman zu kommen. Es sieht danach aus, als ob von Adana, einem kleinen Flughafen bei Mersin, diese Möglichkeit besteht. Aber es ist noch nicht offiziell. Wir erfahren weiterhin, dass das OK eine Abschlussveranstaltung geplant hat, die in Mitteldeutschland stattfinden soll, um die Rallye offiziell zu beenden. Unser Roadbook indes müssen wir morgen beim Verlassen der Fähre abgeben.

Unsere Freunde, die Glockenstupfer, werden mit dem Auto wieder in die Heimat zurückfahren. Es ist Nacht, ca. 23:00 Uhr; es sind nicht viele Sterne am Himmel zu sehen. Obwohl es Nacht ist, ist es nicht all zu kalt und es weht eine milde Brise. Es riecht nach Diesel. Die Maschinen arbeiten und wir spüren unter uns, wie sich die Fähre ihren Weg durch das Wasser pflügt. Zum letzten Mal auf dieser Reise richten wir unseren Schlafplatz im Auto her. Mit dieser Momentaufnahme beenden wir den vorletzten offiziellen Rallyetag.


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11. Rallyetag (10.05.2011): Ein Tag auf türkisch-Zypern

Ziemlich müde und erledigt warteten wir im Hafen darauf, dass es jetzt schnell auf die Fähre ging. In der Tat dauerte es jetzt auch nicht mehr lange, und die ersten Autos schifften sich ein. Dabei setzen manche Rallyekollegen durchaus auch ihre Ellbogen ein. Da wir schon seit mehren Tagen gemeinsam unterwegs waren, wollten wir von arch-orient schauen, dass wir mit den Glockenstupfern mit auf das Boot kommen. Nachdem einige Fahrzeuge an Bord waren erhielten wir die Information, dass die Fähre voll war und das 15 Fahrzeuge zu einem anderen Hafen fahren müssten. Es war mittlerweile nach 01:00 und wir waren müde und auch immer noch verärgert, aber es half ja nichts. Bernd fuhr voraus und wir waren aus unserer Gruppe die Ersten, die das andere Hafengelände erreichten. Da aber auch noch andere Fahrzeuge dort schon parkten, waren wir mehr das Schlusslicht. Es wurde 02:00, 03:00 und immer noch dauerte das Verladen der Autos. Irgendwann, gegen 03:30 ging es auch für uns an Bord: Tobias machte den Anfang, dann folgte Snezi. Das Auto erfolgreich, weil von den Matrosen ruhig und gelassen beim Einparken geführt, abgestellt, gesellte sich Snezi zu Tobias. Wir schauten raus und sahen, dass Urs, der als nächster kommen sollte, nicht an der Rampe stand, sondern quer dazu, in Richtung einer anderen Fähre. Wir wollten aber zuschauen, dass wir zusammenblieben. Wir baten George, der gerade da war, uns zu helfen, und er redete auch gleich mit den Matrosen. Wir freuten uns, als Urs an Bord war. Die Freude wurde aber leider dadurch getrübt, dass ausgerechnet Bernd, der als letzter im Hafen in der Reihe stand, nicht mehr auf die Fähre kam, weil schon zu viele Autos drauf waren. Er musste wieder in den anderen Hafen zurückfahren. Umso mehr freuten wir uns, als wir von Gaby und George erfuhren, dass Bernd wenigstens bei uns auf dem Schiff die Nacht verbringen würde. Es war mittlerweile ca. 05:00 und es war für die letzten, die sich eingeschifft hatten, ein Heidenspaß, denn die Autos waren so eng aneinandergeparkt, dass man über diese hinübersteigen musste, um zur Treppe, die an Deck führte, zu kommen. Das weckte bei so manchen Männern einen regelrechten Spieltrieb, denn wann hat man schon die Möglichkeit, offiziell und ohne rechtliche Verfolgung über Autos zu steigen? Leider kamen dabei einige Autos zu Schaden. Mit Sonnenaufgang fanden einige noch spät aufgebliebene Teammitglieder ins Auto zur Nachtruhe. Die brauchten wir auch, denn um 10:00 würden wir auf Zypern ankommen und wir würden die Konzentration brauchen, denn auf der Insel herrscht Linksverkehr. Gegen 09:00 wurden wir wieder wach und das war gut so, denn um Punkt 10:00 kamen wir auf Zypern an und die Ladeluke wurde geöffnet. Beim Runterfahren der Ladeluke sahen wir schon die ersten Pressevertreter mit ihren Kameras und Fotos draußen sehen. Wir fuhren rückwärts heraus, geleitet von unseren Matrosen, und standen auch schon unmittelbar im Fokus der Presse. Die ersten 80 Autos, die runterfuhren, wurden ausgewählt, an einem offiziellen Programm in der Stadt Kyrenia teilzunehmen. Dazu gehörten verschiedene Ansprachen, die Darbietung eines türkischen Volkstanzes von Kindern und der offizielle Start der Allgäu-Orient-Rallye auf Zypern durch den Premierminister. Wir mussten am Hafen unsere Pässe abgeben, die wir am Abend, wenn wir wieder zur Fähre kommen würden, wieder erhalten würden. Unter Polizeieskorte fuhren wir über die Insel, die landschaftlich sehr schön war. Zypern ist eine bergige Insel mit viel grünem Bewuchs. Das Meer schimmerte tiefblau und die Städte und Straßen waren in einem sehr ordentlichen und sauberen Zustand. Wir fuhren eine kurvige Bergstraße entlang, denn unser nächster Stop war das Bergdorf Iskele. Kurz vor Iskele meldeten sich Tobias und Werner: bei ihnen im Auto hatte es gebrannt, aber sie seien in Ordnung. Auf dem Parkplatz des Ortes traf sich das Team und beratschlagte. Jeder bekam eine Aufgabe, und die dringlichste war, nach Möglichkeit einen Mechaniker aufzufinden. Wir hatten Glück, und der Schrauber des Teams Mattschwarz kam uns zu Hilfe: die erste Diagnose war, dass der Auspuff auf der Oberseite durchgerostet ist. Dadurch ging die Hitze vom Auspuff aufs Bodenblech, was schlussendlich den Brand der Rücksitze auslöste. Wir mussten noch an Ort und Stelle in eine Werkstatt. Der Vorsitzende des lokalen Oldtimer-Automobilklubs, kam zu uns und organisierte den Kontakt zu einem Mechaniker, der uns abholen und in seine Werkstatt bringen würde. Markus rief George an und schilderte ihm unsere Lage. Dieser sagte, er werde sich gleich mit Bernd auf den Weg machen. Da der offizielle Teil in Iskele vorbei war, machten sich die anderen Rallyeteilnehmer wieder weiter und wir warteten auf den Mechaniker. Er kam dann auch und fuhr uns voran. Zwischendrin telefonierte Markus wieder mit George, der ihm durchgab, dass er und Bernd schon auf dem Weg waren. Unweit von Isekele entfernt fuhren wir schließlich in die Werkstatt ein und unser Auto wurde auf die Hebebühne gehoben. Dort stelle sich heraus, dass der Auspuff bzw. der Kat verstopft waren. Der Mechaniker hat schließlich den Endtopf abmontiert, aber wir wussten nicht, ob das ausreichend war, um den Schaden zu beheben. Dort erreichte uns auch der Anruf von George, dass sie in Isekele seien. Markus sagte, er würde zu ihnen kommen und sie herleiten. Er setzte sich ins Auto und fuhr los. Wir freuten uns, als wir ihn und die orangenen Autos der Glockenstupfer auf uns zufahren sahen. Gaby war mit dabei, und wir wussten, was jetzt kommen wuerde: man könne uns nicht EINEN Tag alleine lassen! Wir lachten schallend. Markus hatte George die Sachlage geschildert, so dass Uwe und Bernd im Bilde waren, und das Auto gleich auf die Hebebühne zur Reparatur bringen wollten. George erklärte dem Werkstattbesitzer unsere Absicht, aber dieser sagte, er habe keine Schweißgeräte vor Ort, die Uwe und Bernd für die Reparatur brauchten und ließ uns nicht auf die Hebebühne. Der Werkstattbesitzer berechnete uns nichts für die Reparatur, nur dem Mechaniker zahlte Robert 20 türkische Lira. So fuhren wir wieder zum Hafen, Tobias und Werner in unserer Mitte. Es ging alles gut, das Auto hat es geschafft. Vor dem Hafengelände aßen wir noch eine Kleinigkeit. Dann wurde das Zeichen zum Einschiffen gegeben. Es war wieder dieselbe Crew wie beim Tag davor, allein kam in der Reihenfolge, wer zuerst aufs Schiff kann, wieder Hektik auf. Wir schafften es, dass alle Glockenstupfer und die Autos von arch-orient zusammen aufs Schiff kamen. Während noch einige Teilnehmer der beiden Teams zusammensaßen und ratschten, klinkten sich Urs und Snezi gegen 23:00 aus.




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10. Rallyetag (09.05.2011): Der orientalische Zeitplan

Heute würden wir auf die Fähre gehen. Dazu mussten wir aber aus Mersin rausfahren. Doch bevor wir uns aufmachten genossen wir die Dusche, ein reichhaltiges Frühstück mit einem einzigartigen Blick auf den Industriehafen von Mersin und das Mittelmeer, und die Männer noch einen Besuch beim Barbier. Um die Bärte gestutzt sahen sie alle sehr verändert aus. Markus erkundete die unmittelbare Umgebung, Tobias und Werner machten sich noch einmal in die Stadt auf und Snezi bloggte. Um 13:00 war dann Aufbruch. Kurz vor dem Hafen kauften wir noch einige Lebensmittel, denn wir würden auf der Überfahrt, die etwa 6 Stunden dauern würde, nichts zu essen bekommen. Urs tankte noch ein wenig auf, dann erreichten wir auch schließlich den Hafen und parkten auf dem für uns vorgesehenen Parkplatz. Es war sehr heiß und wir beschlossen, unsere Autos im Rechteck aufzustellen und darüber eine Plane als Sonnenschutz zu spannen. Wir holten unsere Campingstühle raus, die Glockenstupfer ihren Frühstückstisch, über den Markus auch sogleich spottete: die Glockenstupfer mögen was vom Schrauben und Basteln am Auto verstehen, aber von Möbeln hätten sie keine Ahnung (Markus vertreibt hochwertige Büromöbel). Wir packten unser Bier aus, warfen die Lebensmittel zusammen. Dann hatten wir die Idee, den Grill anzuschmeißen und Tobias und Werner wurden ausgeschickt, im nahen Ort Grillgut zu besorgen. Derweil gab es ein Kommen und Gehen der Rallyeteilnehmer. Es gab viele Geschichten über das Erlebte zu erzählen und zu hören. Über schwäbischem Holz machten wir unser Grillfleisch und genossen es, in Ruhe essen zu können. Wir unterhielten uns, scherzten und lachten viel mit unseren Teamkollegen und anderen Raylleteilnehmern, vornehmlich mit den Mitgliedern des Teams Generation Golf. Der Nachmittag verging wie im Flug. Zwischendrin erreichte uns dann die Information, dass sich die Abfahrt von 21:00 auf 23:00 Uhr verzögern würde, was uns zunehmend verärgerte, denn unser gesamter Zeitplan kam durcheinander. Wir hatten eine Rundreise mit den Fans, unseren Verwandten und Freunden durch Jordanien geplant und sämtliche Hotels waren gebucht. Wir würden bei jetzigem Ablauf etwa einen Tag verlieren und somit bei ihrer Einreise in Jordanien nicht dabei sein. Langsam war auch verhaltene Wut spürbar. Allerlei Gerüchte kamen auf, so dass wir ein bisschen aufpassen mussten, was wir glauben sollten oder vielleicht doch eher auf den Wahrheitsgehalt überprüfen mussten. Wir erfuhren an diesem Abend noch, dass wir nicht über Israel nach Jordanien kommen würden sondern über Ägypten, genauer gesagt über Port Said, dann durch den Sinai und schließlich nach Aqaba. Somit würden wir sehr lange Zeit auf dem Fährweg zubringen, denn die Überfahrt von türkisch-Zypern nach Port Said würde etwa 36 Stunden in Anspruch nehmen und von Nuweiba nach Aqaba geht es nochmal mit der Fähre. Es war schon spät am Abend als die Nachricht kam, dass das Einschiffen jetzt losgehen würde. Allerdings waren vorher noch viele Formalitäten zu erledigen, die die Ausreise betrafen.. Wir mussten uns mit Paß und Fahrzeugpapieren registrieren lassen. Dann hieß es, dass die Autos ins Hafengelände eingelassen werden würden, auch wenn die Fähre noch nicht da war, um die Abfertigung zu beschleunigen. Sobald klar war, dass es jetzt wirklich losging, wurde es plötzlich auch hektisch, denn es war ca. 23:00 Uhr, und die Teilnehmer waren müde und wollten schnellstmöglich abgefertigt werden. Als wir auf das Hafengelände einfahren sollten, durften nur die Fahrzeughalter in dem Auto sitzen, alle anderen mussten zu Fuß ins Hafengelände. Nach langer Wartezeit kamen endlich die Autos der Glockenstupfer und von arch-orient an die Reihe, und Urs, Snezi und Tobias wurden ins Hafengelände durchgewunken. Dort ging es zuerst zur Polizei, wo der Ausreisestempel im Paß vermerkt wurde, dann wurden an mehreren Schaltern die Fahrzeuge ausgetragen. Mit der Erledigung der Formalitäten, die mehrere Stunden dauerten und dem Warten, auf das Fährschiff zu kommen, endete um 24:00 dieser Tag.






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9. Rallyetag (08.05.2011): Immer näher am Leben der Einheimischen

Nach einer kurzen Nachtruhe und einem morgendlichen Tee (denn unser Gastgeber wollte uns nicht ohne wenigstens mit einem Tee bewirtet zu haben, ziehen lassen), fuhren wir bei Sonnenschein und warmen Temperaturen gegen 07:00 weiter. Unser Ziel heute hieß Mersin, genauer gesagt der Hafen dort. Aufgrund der unsicheren Lage in Syrien musste das OK schnellstmöglich eine Ersatzroute organisieren, oder die Rallye wäre in der Türkei zu Ende gewesen. Der türkische Staat hatte sich in dieser Notlage bereiterklärt, einen Betrag von ca. 250.000 EUR zu spenden und wir konnten dadurch unsere Rallye fortsetzen. Als Dankeschön würden wir am Abend mit der Fähre auf den türkischen Teil Zyperns übersetzen und am Tag dort einmal die Insel umrunden. Auf dem Weg zu unserem Tagesziel wollten wir aber zunächst in Gazjantepe Halt machen, um den Platten an Markus’ und Roberts’ Auto zu beheben und um zusätzlich für einen Ersatzreifen zu sorgen. Wir wollten auch noch frühstücken, bevor es nach Mersin ging. In Gaziantepe angekommen, erkundigte sich unser Mittelsmann George unterwegs bei Passanten, wo wir einen Reifenhändler finden könnten. Schließlich hielt unser Tross in einer kleinen, ruhigen Straße mit mehren kleinen Läden. Vor einem ladenähnlichen Gebäude saß ein einzelner Mann im Schatten vor zwei kleinen quadratischen Tischen. Snezi dachte zuerst, dies sei ein typisches Teehaus. Ein junger Mann sprach uns an, und George erklärte ihm unser Anliegen. Der junge Mann erwiderte, dass er die Reifen für uns besorgen würde, wenn wir bei ihm einen Tee trinken würden und zeigte dabei auf das ladenähnliche Gebäude mit dem sitzenden Mann davor. Wir traten näher und im Gespräch stellte sich dann heraus, dass das ein Fanlokal des Fußballklubs Gaziantepe war, denn wir saßen im Außenbereich des heimischen Fußballstadions. Unser Gastgeber ließ Kleinigkeiten zum Frühstück auftragen wie schwarze Oliven, Käse, Tomaten und Gurken und eine leckere Erdbeermarmelade. Dazu Fladenbrot oder knusprige Sesamringe, die er einem Mann abkaufte, der letztere turmhoch auf einem Tablett auf seinem Kopf trug. George übersetzte und wir tauschten Fußballerfahrungen und Tabellenstände aus. Auf die Frage unserer Gastgeber, warum der VfB diese Saison so schlecht spielt wussten wir leider auch keine Antwort. Wie sich herausstellte, hatte der einheimische Fußballklub am Vortag durch einen Sieg Tabellenplatz 4 und somit die direkte Qualifikation für die EuropaLeague erreicht. Da wir noch einen Wimpel des VfB Stuttgart im Auto hatten, übergab Urs ganz offiziell und feierlich, auf einem Foto verewigt, das gute Stück. Wir erhielten als Gegengeschenk einen Schal des Fußballklubs Gaziantepe. Das Wetter war sehr schön (endlich mal kein Regen!) und wir beschlossen, dass wir uns in Mersin um die Ersatzreifen kümmern würden. Beim Kauf des Autoradios für unseren 300er TE hatte Markus beim Ofterdinger Schrotthändler die Telefonnummer seines Bruders, der in Mersin wohnte, bekommen. Wir sollten uns bei ihm melden, wenn wir Hilfe brauchten, was Markus auch umgehend tat. Wir gaben Gas und fuhren mit ca. 100 km/h statt 80 km/h auf der Landstraße entlang, als uns die Polizei rauswinkte. Wir ahnten was kommen würde: Strafzettel wegen überhöhter Geschwindigkeit. Dieser machte unterm Strich 140 türkische Lira pro Wagen. Na toll!! Der Strafzettel würde uns zugestellt werden, weswegen wir weiter fahren durften. Ohne größere Zwischenfälle kamen wir in Mersin am Hafen an. Es waren schon einige Teams dort, aber wir hörten, dass offensichtlich andere Teams in anderen Häfen angekommen waren und dort warteten. Es wurden Helfer zusammengestellt, die die anderen Teams aufgabeln und hergeleiten sollten. George und Markus machten sich auf den Weg zu dem Bruder des Ofterdinger Autohändlers. Derweil warteten die Teams arch-orient und Glockenstupfer zusammen am Hafen und aßen erstmal zu Mittag was die Kühlboxen und die Einkaufstüten hergaben. Nach kurzer Zeit kamen George und Markus zurück, der 300er mit neuen Reifen und in Begleitung des Bruders. Dieser hatte nach den landestypischen Gepflogenheiten einen gebührenden Empfang sowie eine Übernachtungsmöglichkeit für uns organisiert. Da wir jedoch noch am Abend mit der Fähe übersetzen sollten, mussten wir dieses Angebot leider ausschlagen, und so wollte er mitkommen, um sich vor Ort die Autos anzuschauen. Als er sich wieder verabschiedete machten sich Tobias, Robert, Werner, Urs und Snezi auf den Weg in die Innenstadt. Wir wollten eine Sightseeingtour machen und bei dieser Gelegenheit ein Internetcafé aufsuchen. Mit einem blauen Minibus, der etwa 15 Menschen aufnehmen konnte, fuhren wir zum Stadtzentrum. Dort angekommen spazierten wir an kleinen Supermärkten, Haarsalons und Bäckereien vorbei. Es gab viele kleine Imbisse und kleine Läden, die allerlei Süßigkeiten verkauften, allem voran die bekannte Baklava. Urs und Snezi fanden ein Internetcafé während Robert, Tobias und Werner ein kleines Lokal aufsuchten. Dort trafen Urs und Snezi nach erledigtem Bloggen wieder auf den Rest und wir tranken Kaffee. Es war schon etwas eigentümlich, denn in diesem Lokal saßen nur Männer und tranken entweder Kaffee oder Tee oder spielten Backgammon, eine typische Szene in der Türkei. Wir beschlossen, noch weiter ins Zentrum reinzugehen und zu Abend zu essen. An einem Imbiss, der mit Hamburgern warb, blieben wir stehen. Die Fenster waren alle offen, weswegen einer der jungen Köche uns auf der Straße entgegentrat und uns überredete, dort zu essen. Doch kaum saßen wir drin, wurden unsere Gesichter immer länger, denn es sah alles nicht allzu sauber aus. Da fanden sich einige Löcher in den Wänden und der Boden war, naja, an vielen Stellen schwarz. Es besänftigte uns ein wenig dass wir sahen, dass die Belegschaft den Boden nass wischte, allein, es half leider nichts. Es wurde nicht besser. Das Essen allerdings wurde frisch gemacht und es war in Ordnung. Wir beschlossen aber, sollten wir wieder in einem Imbiss essen müssen, vorher reinzuschauen. Mitten beim Essen erreichte uns auch ein Anruf von Markus. Er gab durch, dass die heutige Abfahrt abgesagt wurde und wir erst am nächsten Tag auf die Fähre gehen würden. Viele Teams hätten sich bereits eine Unterkunft gesucht. George sei dabei, für uns alle eine Bleibe zu organisieren, doch es würde erst entschieden, wenn wir alle wieder zusammen seien. Wir aßen auf und fuhren mit einem Taxi wieder zum Hafen. Dort entschieden wir, dass wir in ein 4-Sterne-Hotel gehen würden, allerdings zu einem Rallyetarif. Auf dem Parkplatz waren wir nicht die Einzigen mit bunten Klebern auf den Autos. Im Hotel erkundigte sich George nach einem Lokal, wo man auch Alkohol bekommen konnte. Wir machten uns kurz frisch und trafen uns in der Eingangshalle. Es wurden zwei Taxen organisiert und wir fuhren etwa 10 Minuten, bis wir zum Lokal kamen. Es waren wiederum nur Einheimische dort, diesmal allerdings Männer und Frauen gemischt, ein Unterschied zum Lokal in Malatya. Die Frauen in diesem Lokal hatten zum Teil auch richtige Abendgarderobe an. Wie wir später von George erfuhren, handelte es sich auch um ein kurdisches Lokal, und demnach gab es kurdische Musik. Wir bestellten. Es gab eine Band, die live spielte. Anhand des Beifalls konnte man in etwa erahnen, was die Hits bzw. beliebte Lieder waren. Dann und wann wagte sich ein Pärchen auf die Tanzfläche. Wir waren so in unsere Gespräche vertieft dass wir erstmal gar nicht mitbekamen, wie die Musik wechselte, und die Tanzfläche immer voller wurde. Es war ein Volkstanz mit einer einfachen, eigenständigen Choreografie bestehend aus etwa 4 Schritten, die jeder tanzen konnte. Es war sehr offensichtlich, dass die Tänzer sehr viel Freude hatten und wir schauten ihnen gebannt zu. Wäre die Musik nicht zu Ende gewesen, wären George und Snezi auch noch auf die Tanzfläche gegangen. Gegen 01:00, nach einem Abend mit anregenden und lustigen Gesprächen, guten Getränken und kleinen Knabbereien und mit viel guter Musik kehrten wir wieder ins Hotel zurück. Wir freuten uns, so unmittelbar am Leben der Einheimischen teilhaben zu können, was ohne George wohl so nicht möglich wäre.

SAG-OL und HVALA George!

Ach ja: Am Hotel angekommen teilten uns Markus und Gaby mit, dass sie jetzt auf dem Parkplatz noch ein Wulle zusammen trinken würden. Einige Glockenstupfer und Robert schlossen sich dem an. Was da alles gelaufen ist, wissen wir nicht; aber das aufgenommene Beweisfoto, das wir beim Frühstück sahen, das sagte alles!

    

          

  

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Zwischenstand 15.05.2011

Liebe Leserinnen und Leser unseres Blogs,

nachdem wir die letzten 4 Tage auf einer Faehre festsassen und ohne jegliche Verbindung zur Aussenwelt waren, moechten wir mitteilen, dass wir heute, am 15.05.2011 wohlbehalten in Amman, Jordanien gelandet sind. Es tut uns leid, dass wir Euch so im Ungewissen lassen mussten, aber wir waren da nicht die einzigen. Die Rallye ist gestern, am 14.05.2011 offiziell in der Tuerkei zu Ende gegangen. Die Blogs werden wir zeitnah online stellen.

Liebe Gruesse
Euer Team arch-orient

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8. Rallyetag (07.05.2011): Ein 1200 Jahre altes Haus und einen Tag mit den Glockenstupfern unterwegs

Der späte Abend hatte bei allen Teammitgliedern von arch-orient Spuren hinterlassen, denn Robert, Tobias, Werner, Urs und Snezi sahen sehr müde aus, als sie sich um 08:00 am Empfang des Hotels trafen. Da wir jetzt nicht mehr den enormen zeitlichen Druck hatten, in 3 Tagen über den Balkan zu fegen, entlud sich jetzt auch in stückweit der Stress der vergangenen Tage. George war auch schon da, und er und Urs machten sich auf den Weg zur offiziellen Vertragswerkstatt von Mercedes Benz, um die Ersatzteile zu besorgen. Wie Urs berichtete, gab es zur Begrüßung reichlich Tee und  der Kultur entsprechend erstmal Konversation. Das gab uns anderen die Gelegenheit, das Frühstücksbuffet in Anspruch zu nehmen. Die Glockenstupfer, on tour alles Frühaufsteher, waren schon da. Wir vermissten Markus in unserer Runde und vermuteten, dass er gerade unter der Dusche stand. So saßen wir zusammen und warteten. Gegen 09:00 wurden wir schon etwas unruhig, denn wir wollten die Glockenstupfer nicht aufhalten. Aber Urs und George kamen nicht. Schließlich erreichte uns gegen 09:30 ein Anruf von Urs, dass die Vertragswerkstatt das Ersatzteil nicht hatte. Wir beratschlagten im Team, was wir tun sollten, wenn das Ersatzteil nicht gefunden werden sollte, kamen aber zu keinem richtigen Ergebnis. Es wurde 10:00 und immer noch kein Urs und kein George in Sicht und einige Teammitglieder wurden noch unruhiger. Wir nutzten die Gelegenheit, uns mit den Glockenstupfern zu unterhalten und versuchten, die Wartezeit gemeinsam zu überbrücken. Große Erleichterung, als George und Urs endlich vor dem Hotel ankamen und sogar die Originalersatzteile mitbrachten. Schnell wurden diese von den fachmännischen Händen von Uwe, Peter, Bernd und Erwın eingebaut. Als dieses erledigt war beratschlagten die Mitglieder von arch-orient wie es weitergehen sollte. Wir wollten den Glockenstupfern keinesfalls zur Last fallen, aber wir wollten ebenfalls wie sie in die Stadt Midyat, da dort eine weitere Aufgabe aus dem Roadbook auf uns wartete. Kurz beratschlagten wir gemeinsam, dann war klar, dass wir auch den heutigen Tag im Konvoi verbringen würden. Dann jedoch wurden die Glockenstupfer darauf aufmerksam, dass wir schon am 08.05. spätestens um 23:00 am Hafen in Mersin sein mussten, um die Fähre zu bekommen. Sie diskutierten, ob sie dann trotzdem noch in Midyat vorbei sollten. George sprach sich dafür aus. Wir wissen nicht, was die anderen unter sich ausgemacht haben, aber fuhren erstmal los. Unterwegs hatten wir lustigen Funkverkehr. In Mardin legten wir einen Zwischenstopp zum Mittagessen ein. Während George bestellte diskutierte das andere Team. Schließlich einigten sie sich darauf, dass Peter und Erwın auf eigene Faust nach Mersin runterfahren würden. Wir anderen blieben und beim Essen hatten wir viel Spaß an einem freundlichen, verbalen Schlagabtausch zwischen Markus und Gaby. Anschließend Weiterfahrt nach Midyat, wo wir auf dem Parkplatz schon andere Teams antrafen. Dieser Stadtteil beeindruckte uns durch seine einfachen, aber schönen und schlichten Steinhäuser und man sah dem Viertel an, indem dass auch Ruinen aus Steinhäsern da standen dass es eine alte Struktur hatte. Vor dem Hotel wartete der Vizepräsident des Fussballvereins Fenerbahce, der auch aus Midyat stammt, und Markus ergriff gleich die Gelegenheit und übergab ihm den Wimpel des TSV Ofterdingen, natürlich fotografisch festgehalten. Wir sind sicher, dass er dafür die Ehrenbürgerschaft von Ofterdingen bekommen wird! Wir machten unser Teamfoto vor einer Tafel, die das Alter des ältesten Gebäudes des Ortes auswies. Die Glockenstupfer übergaben dem Hotelbesitzer noch ein Gastgeschenk, und wir machten uns wieder auf den Rückweg. Tagesziel ist die Stadt Sanliurfa, wo wir gegen 23:00 eintrafen. George übernahm es wieder, eine Unterkunft zu suchen. Gar nicht so einfach, wenn ein Minister in der Stadt ist und, und sämtliche Hotels deswegen ausgebucht sind. Ins Hilton, wo noch Plätze frei waren, wollten wir nicht, also fuhren wir in den nächsten Ort. Da wir auch dort nichts fanden, und es schon auf halb 2 zu ging beschlossen wir, in den Autos zu schlafen. George organisierte in diesen frühen Morgenstunden noch frisch gebackene, warme Brötchen, dann fuhren wir auf den leeren Platz vor einer Tankstelle. Kurz aßen wir im Stehen unsere Brötchen, und gegen 03:00 war unser Nachtlager fertig.

Mit den Glockenstupfern im Konvoi zu fahren war für uns eine wertvolle und schöne Erfahrung und wir sagen an dieser Stelle: GANZ GANZ GROSSEN DANK AN EUCH UND SCHUKRAN ZAZILAN DASS IHR DIESEN TAG UND EURE ERFAHRUNGEN MIT UNS GETEILT HABT!!!

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7. Rallyetag (06.05.2011): Die Weiten Anatoliens und Panne behoben, den Glockenstupfern sei Dank!

Wie herrlich doch ein Morgen sein kann, wenn man frisch geduscht hat! Die vier Hotelbesucher trafen sich beim Frühstück und tauschten ihre Duscherlebnisse aus. Dabei erzählten Tobias und Werner, dass ihres teilweise leider getrübt war: Der Klassiker. Während Tobias noch Wasser hatte, versiegte es bei Werner. Der spät am Abend herbeigerufene Techniker konnte nichts ausrichten; Werner indes, zu müde, um noch an den Reparaturtätigkeiten teilzunehmen, legte sich schlafen. Am Morgen gab man Werner dann ein anderes Zimmer, so dass er auch noch in den Genuss herabprasselnden Wassers kommen konnte. Froh, dass jeder sich waschen konnte, brachen wir zu unserem restlichen Team ins Hippodrom auf. Am Vorabend hatte uns Marli vom OK einen Leitfaden zum weiteren Verlauf in die Hand gedrückt. Unsere Route würde tatsächlich über türkisch-Zypern und Israel nach Jordanien über den Fährweg führen. Dies bedeutete für die Teilnehmer, dass jeder 330 Euro organisieren musste, denn der Fährpreis musste vor Ort entrichtet werden. Glücklicherweise nahm das OK auch türkische Lira. Insofern organisieren Urs, Snezi und Werner kurzerhand an diesem Morgen das Geld, während die anderen Teammitglieder vor Ort blieben, um dem anwesenden Assistenten des Ministers das vorbereitete Grußschreiben des Bürgermeisters der Heimatstadt sowie ein Gastgeschenk zu überreichen und dieses fotografisch festzuhalten. Wilfried gab uns noch weitere Informationen hinsichtlich der heutigen Route und der Route nach Mersin, wo wir auf die Fähre gehen würden, um nach türkisch-Zypern zu kommen. Wir parkten unsere Fahrzeuge um und stellten diese in einer Reihe auf. Dann mussten sich die Teams etwa 20 m vor den geparkten Autos aufstellen, die Würdenträger zählten von 10 rückwärts und bei 0 rannten die Teilnehmer los. Wir drehten eine Ehrenrunde im Hippodrom und dann ging es wieder auf die Piste. Kurz nach Ankara hielten wir an einem kleinen Imbiss an einer Tankstelle. Zuerst bestellten wir Tee, dann kam noch eine Salatplatte hinzu und schließlich orderten wir Gözleme, eine Art blättriger Pfannenkuchen mit  Käsefüllung. Da die Tankstelle über W-Lan verfügte, versuchten wir einen Blog abzusetzen. Leider ohne Erfolg. Völlig ratlos und unter Druck, weil wir mit aktuellen Nachrichten im Rückstand waren, sprachen wir die Oriental Proms an, die ebenfalls den Imbiss angesteuert hatten und baten um ihre Hilfe. Spontan setzte sich ihr Blogger zu uns und ermöglichte uns schließlich über ihren mobilen Stick zum Surfen wenigstens eine Nachricht online zu stellen: arch-orient sagt DANKE an die Proms für ihre Hilfsbereitschaft. Anschließend fuhren wir weiter in Richtung Kayseri. Dabei kamen wir durch die Weiten Anatoliens. Wir wussten eigentlich nichts über diese Gegend. Umso überraschter waren wir von der rauen Schönheit, die uns umgab. Kahle Berghänge wechselten sich ab mit einem Bewuchs von kurzem Gestrüpp bis hin zu kurzen, saftiggrünen Büschen. Die Grundfarbe der Landschaft war dunkelbraun bis grau, dann wieder saftig grün, immer im Wechsel. Auf den höhergelegenen Bergen lag in den Bergspitzen noch Schnee, ein Zeichen dafür, dass wir relativ hoch waren. Dafür sprach auch die klare, kalte Luft die uns empfing als wir ausstiegen, um Fotos zu machen. Doch was uns am meisten faszinierte war diese unglaubliche Weite, in die wir hineinfuhren. Die Menschen hier führen ein hartes Leben, denn es gibt so gut wie keine Infrastruktur in den Bergregionen. Während in den Ausläufern noch Ackerbau betrieben wird, sahen wir in den höheren Lagen die Menschen beim Schafe- oder Ziegenhüten, dann kam wieder sehr lange Zeit nichts. Es machte Spaß, auf den relativ guten Pisten zu fahren. und dann und wann überholten uns andere Teams. Unser Tagesziel war Malatya. Wir waren guter Dinge, die Stadt am Abend zu erreichen, was eine Übernachtung im Hotel mit Dusche versprach. Wir machten wieder einen Fotostop, Markus und Robert fuhren als Erste rechts ran. Nachdem wir die Bilder hatten und alle anderen Teammitglieder schon wieder in den Autos saßen ging Markus auf das Auto zu, schaute kurz, dreht sich zu uns um und sagte nur ein Wort: Platten! Wir stiegen aus um uns den Schaden anzusehen und sahen auch sogleich die Ursache: ein einzelner, niedriger abgebrochener Metallpfosten, der aus der Schotterpiste ragte und über den Markus beim ranfahren gefahren war. Es half nichts, wir mussten auf eine gerade Strecke kommen um den Reifen zu wechseln. Zum Glück hatten wir einen Ersatzreifen dabei. Wir rollten abwärts und fanden einen guten Platz. Die Jungs packten alles aus, was wir an Werkzeug dabeihatten und Markus machte sich an die Arbeit. In kurzer Zeit war unter frozzeln und einer Menge ironischer Bemerkungen der Reifen gewechselt und wir konnten unsere Reise fortsetzen. So langsam bekamen die Jungs Routine im Umgang mit den alten Fahrzeugen. Hin und wieder mussten wir rechts ranfahren, weil unsere Autos komische Geräusche machten, aber es war nichts Ernstes, so dass wir zügig weiterkamen. Auf unserer ganzen Fahrt bis dahin und während der Reifenpanne kamen zwar immer wieder andere Autos vorbei. Aber was wäre, wenn wir richtig liegen bleiben würden und ohne fremde Hilfe nicht weiterkämen? Wir standen in einer unwirtlichen Gegend und keiner konnte wissen, wann das nächste Auto kommen würde. Es wurde Nacht und es regnete. An einem Berghang, vor der Kuppe, verabschiedete sich zunächst das ABS in Urs’ Auto. Dann folgte der Ausfall der Außenbeleuchtung, der Armaturenbeleuchtung und schließlich ging das Auto komplett aus. Urs sagte nur: tot. Da ging nichts mehr. Es half nichts: Auto parken, Warnblinklicht an, Motorhaube hoch und versuchen, die Ursache herauszufinden. Ratlosigkeit im Team. Was ist es und was tun? Keine fünf Minuten später kam wie aus dem Nichts das Glockenstupfer Racing Team an uns vorbei. Sie erkannten sofort, dass wir eine Notsituation hatten und hielten. Ein weiteres Team fuhr noch vorbei, doch als klar war, dass uns die Glockenstupfer helfen würden, fuhren sie weiter. Wir erlebten zum ersten Mal die vorbehaltlose Hilfsbereitschaft unter Rallyeteilnehmern. Sämtliche Mitglieder der Glockenstupfer versammelten sich vor unserer Motorhaube und mit kundigem Blick war die Ursache schnell gefunden: die Kohlen des Reglers der Lichtmaschine waren hinüber. Da sie einige Ersatzteile mitführten schauten sie, ob sie einen gleichen Regler mithatten. Leider passte dieser nicht, so dass sie unseren Regler notdürftig versorgten, wieder einbauten und uns rieten, im nächsten Ort nach dem passenden Ersatzteil zu suchen. Wir bedankten uns herzlich für ihre spontane Hilfe. Da sie auch Malatya als Ziel hatten, beschlossen wir, ihnen im Konvoi hinterherzufahren und stellten Funkverbindung her. Auf dem Weg dorthin ging dann noch der Wagen von Tobias und Werner aus; ebenfalls die Kohlen des Reglers der Lichtmaschine. Glücklicherweise sprang der Wagen wieder an, so dass wir unseren Weg fortsetzen konnten. In Malatya angekommen machten sie uns ein sehr nettes Angebot: ihr Teammitglied George, der türkisch sprach, würde für uns alle aufgrund seiner Sprach- und Landeskenntnisse eine Unterkunft und ein landestypisches Abendessen organisieren. Wir nahmen dieses Angebot von Herzen gerne an und landeten schließlich zu einem guten Preis in einem 4-Sterne-Hotel. Dort checkten wir ein und machten uns gegen 23:00 auf den Weg. Dank George bekamen wir die Möglichkeit, in einem Lokal zu essen, in das wir wohl sonst von allein nicht reingegangen wären. Es waren nur Einheimische dort. Das Lokal schloss zwar um 01:00, aber für uns wurde eine Ausnahme gemacht. George bestellte für uns alle eine kleine Auswahl an landestypischen Gerichten bestehend aus Vorspeisen, Salat und mit einem Hauptgang, der auf kleinen, mit einem Gaskocher betriebenen Stövchen serviert wurde. Mit Raki stießen wir an und erlebten kurzweilige und sehr interessante Stunden im Gespräch mit unseren Helfern. Gegen 01:30 Aufbruch zum Hotel. Dort angekommen machte George Urs den Vorschlag, in der Frühe mit ihm zusammen das Ersatzteil zu besorgen. Wir waren sehr froh, dass die Glockenstupfer uns geholfen haben und dass wir mit ihnen diesen schönen Abend verbringen konnten. Wir waren auch sehr froh darüber, dass George uns mit dem Ersatzteil helfen wollte, denn uns war klar, dass seine Hilfe für uns eine große Hilfe war. Gegen 03:00 fielen wir todmüde ins Bett.

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6. Rallyetag (05.05.2011): Ankara und die Schnitzeljagd auf der Burg

Dieser Morgen begann nass und kalt. Aufstehen fiel schwer und wir hatten zudem ziemlich verschlafen, weshalb wir uns beeilen mussten, wieder auf die Straße zu kommen. Diese war aber in einem guten Zustand, weswegen wir gut vorankamen und schon um die Mittagszeit Ankara erreichten. Tobias und Werner, Urs und Snezi wollten unbedingt ins Hotel, denn der Wunsch zu duschen war sehr groß. Unser Fahrerlager war diesmal im Hippodrom von Ankara. Um nicht zu sehr uns im Stadtverkehr zu verirren beschlossen wir, einen Taxifahrer zu fragen bzw. ihn vorausfahren zu lassen. Wir fanden einen netten Herrn, der sogar ein bisschen deutsch verstand und bereit war, uns zum Hippodrom zu führen. Als er uns verließ fanden wir uns auf dem Parkplatz eines großen Centers wieder. Völlig ratlos standen wir zusammen, denn der Taxifahrer hatte uns versichert, dass er das Hippodrom kenne und uns dorthin führen würde. Weit und breit aber kein Hippodrom zu sehen. Wir machten kehrt und versuchten unser Glück in einem anderen Stadtteil. Dort fragten wir die Polizei, doch die schickten uns wieder in die gleiche Richtung, aus der wir kamen. Wir versuchten es nochmal, und irgendwie kamen wir auf eine Straße, die auf der Rückseite des Centers verlief. Markus, der mit Robert vorausfuhr, sah als Erster die Autos anderer Teams auf  einem rechts von uns gelegenen Platzes und jubelte über Funk: wir haben das Hippodrom erreicht! Mit Hupen fuhren wir in das Rund ein und begrüßten die angekommenen Kollegen. Etwa 10 Teams waren schon da und hatten es sich in ihren Campingstühlen bei Bier schon gemütlich eingerichtet. Tobias, Werner, Urs und Snezi machten sich auf den Weg in die Stadt und checkten in einem Hotel ein. Danach trafen wir uns wieder im Hippodrom und machten uns auf dem Weg zur Burg, wo wieder eine Aufgabe auf uns wartete. Es war später Nachmittag als wir dort ankamen. Das Zelt-Pavillon im Restaurant am Eingang der Burg war gar nicht so leicht zu finden; andere Teams kamen uns mit dem Roadbook in der Hand entgegen und schüttelten auf unsere Frage verneinend den Kopf: sie haben es nicht gefunden. Den richtigen Hinweis gaben uns die Frauen, die auf den zur Burg führenden Steintreppen saßen und Häkelarbeiten, Armbänder und die typisch türkischen blau-weißen Amulette gegen den Bösen Blick verkauften. Auf einem Platz vor den Burgmauern war ein kleiner Pavillon aufgebaut, wo man drinnen und draußen sitzen konnte, ein Omelette essen und einen heißen türkischen Tee genießen konnte. Wir erledigten unsere Aufgabe, tranken einen Tee und schauten von den Burgzinnen auf Ankara. Ein kleiner Moment, in dem wir einfach nur Besucher einer Burg waren und uns über den schönen Sonnenuntergang freuten. Wir schauten  Kindern beim Drachensteigen zu und Markus durfte gegen einen kleinen Obulus den Drachen auch mal lenken. Den Weg zum Hippodrom legten wir zu Fuß zurück. Das war die beste Entscheidung des Tages, denn wir kamen durch das Stadtzentrum und seine Markthalle, den Basar, und nahmen kurz unmittelbar am Leben der Einheimischen teil. Dies war etwas, was uns ein bisschen gefehlt hatte. Wir bestaunten die verschiedenen Stände mit den angebotenen Waren. Da waren auch mal ganze Ziegenköpfe zu finden,  Fleisch und Fisch, Backwaren, Säcke mit Gewürzen, Gemüse und vor allem Süßigkeiten. Spontan beschlossen wir, an einem Imbissstand einen Döner zu Abend zu essen. Wir bekamen diesen mit einem Milch-Joghurt-Getränk, das dem Ayran sehr ähnlich schmeckte, als kostenlose Dreingabe zu unserem Döner auf die Hand. Wir hatten viel Spaß dabei und beschlossen spontan, auf dem Markt ein bisschen einzukaufen: eine landestypische Wurst, Gemüse und Süßigkeiten. Es versteht sich von selbst, dass wir Baklava kauften, aber auch normale Kekse. Wieder am Hippodrom angekommen bauten Markus und Robert, die die Nacht über im Fahrerlager bleiben würden, ihr Zelt auf. Markus warf den Grill an, und bei wärmendem Feuer, denn es war zwischenzeitlich schon Nacht und kalt geworden, tranken wir Kaffee, aßen unser Gebäck und kamen mit anderen Rallyekollegen ins Gespräch. Tobias und Werner verabschiedeten sich und gingen ins Hotel Urs und Snezi nutzten die Gelegenheit, im Auto noch einen Blog zu verfassen.Gegen elf war dann Aufbruch ins Hotel.

Iyi gece-ler; gute Nacht!



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5. Rallyetag (04.05.2011): Von Europa nach Asien

In der Nacht hatte es in Istanbul geregnet. Doch die Temperatur am Morgen war einigermaßen mild, was uns das Aufstehen etwas leichter machte. Gegen 11:00 waren alle Teammitglieder wieder wach und Robert stieß wieder zu uns, geduscht, und nach einem Besuch beim Barbier, frisch rasiert. Da bis zu diesem Tag immer nur Katzenwäsche möglich war, hörten wir seinen Ausführungen über das Duschen im Hostel etwas neidvoll zu. Waren wir bei der Ankunft im Fahrerlager noch unter uns, fanden wir uns am Morgen inmitten von Menschen wieder, die über den Platz liefen. Es waren sowohl Einheimische als auch Touristen, die sich sehr interessiert und fasziniert zeigten, und die Autos bestaunten und fotografierten. Die Morgentoilette fand unter Zuschauern statt. Werner, Tobias, Robert, Urs und Snezi waren startklar und beschlossen, vor dem offiziellen Teil, der zum späteren Zeitpunkt stattfinden sollte, einen Abstecher in die Altstadt zu einem Frühstück zu machen. Markus blieb im Fahrerlager und vollzog mit Hilfe einer faltbaren Waschschüssel eine porentiefe Reinigung. Wir fanden ein sehr nettes Cafè, ausgestattet mit viel Plüschsofas und Plüschstühlen, das gleichwohl auch ein Hotel war. Eine empfehlenswerte Adresse: das Kybele Hotel. Für die männlichen Teammitglieder gab es sogar ein optisches Schmankerl: für ein Fotoshooting posierten Bauchtänzerinnen in ihren klassischen, farbenfrohen Kostümen auf einem Plüschsofa im hinteren Teil. Sie erregten, keine Frage, sehr viel Aufsehen, vor allem bei den männlichen Besuchern. Bei Börek und Clubsandwisch, mit Cappuccino und türkischem Mokka frühstückten wir in aller Ruhe und freuten uns, dieses schöne kleine Café gefunden zu haben. Anschließend Rückkehr ins Fahrerlager, da noch ein offizieller Teil folgen sollte, mit Ansprache von Regierungsvertretern und unserem OK. Wir hofften, Informationen darüber zu bekommen, wie es jetzt offiziell weitergehen sollte. Es gab zwar eine neue Routenplanung, mit der Fähre über den türkischen Teil von Zypern und Israel nach  Jordanien zu kommen, aber es war noch nicht bestätigt. Wir erhielten dann die Information, dass wir heute mit der Fähre vom europäischen auf den asiatischen Kontinent übersetzen würden. Die Teams versammelten sich bei der blauen Moschee, wo wir auch wieder eine Aufgabe erledigen mussten. Dort gab Wilfried den Startschuss, und wir liefen zu unseren Autos um zur Fähre zu gelangen. Dabei wurden wir von der Polizei eskortiert, und unter Hupen und Winken fanden wir unseren Weg durch den Istanbuler Stadtverkehr, Stoßstange an Stoßstange, mit Drängeln und Vorbeilassen den Weg zum Hafen. Als letztes Team kamen wir an Bord und die Fähre setzte über. Schweigend ließen wir das Panorama Istanbuls bestehend aus seinen typischen Häusern, Minaretten und vorbeifahrenden Schiffen und Tankern an uns vorbeiziehen. Keine Frage, Istanbul ist eine unglaublich facettenreiche, faszinierende und pulsierende Metropole, deren Größe schwer fassbar ist. Nach der kurzen Überfahrt fuhren Markus und Robert voraus und brachten uns zum Stadtteil Fenerbahce, wo unsere nächste Aufgabe auf uns wartete. Es gab an diesem Tag noch ein Freundschaftsspiel zwischen dem All-Star-Team von Fenerbahce und einer Auswahl an türkischen und internationalen Formel-1-Piloten, die zu der Zeit in Istanbul waren, da ein Rennen anstand. Sebastian Vettel war auch mit dabei. Wir hatten die Gelegenheit, dieses Spiel anzuschauen. Im Anschluss diskutierten wir, wie es weitergehen sollte. Unser nächstes Ziel hieß Ankara, das wir am nächsten Tag um die Nachmittagszeit erreichen wollten. Wir waren uns einig, dass wir aus Istanbul rausfahren wollten, zumindestens bis zum nächsten Ort, um nicht in die Rush-hour zu kommen. Alle Teilnehmer wollten in einem Hotel übernachten, um auch endlich mal duschen zu können. Markus und Robert übernahmen wieder die Führung und wir stellten fest, dass es gar nicht so einfach ist, aus Istanbul rauszukommen, denn gleichwohl wie wir die Einheimischen fragten, wir erhielten keine verwertbare Information. Schließlich nahmen sie den Kompaß zur Hand und tatsächlich, so langsam kamen wir aus Istanbul raus. In einem Imbiß aßen wir bei Dürüm und Adana Kebab mit Salat zu Abend und unterhielten uns mit dem Inhaber, der Kellnerin und dem Koch in einem Mischmasch aus englisch und türkisch, lachten viel und sammelten dabei neue türkische Vokabeln und neue facebook-Freunde. Nach einem Erinnerungsfoto machten wir uns wieder auf dem Weg. Wir hatten beschlossen, nicht mehr so lange zu fahren wir zuvor. Daraus wurde leider nichts, denn auf dem Weg raus waren in allen Orten, in denen vorbeikamen, sämtliche Hotels ausgebucht, da wir nicht die Einzigen mit dieser Idee waren. Unser Weg wurde immer länger, und nachdem wir nichts gefunden hatten, beschlossen wir kurzerhand nicht mehr weiterzufahren und uns einen Schlafplatz zu suchen. Nachdem wir 1/3 der Strecke nach Ankara geschafft hatten, fuhren wir müde und bei Regen  in einem kleinen Ort auf den Vorplatz vor einer kleinen Ladenzeile und richteten unser Nachtlager. Es war 04:00.

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