Rückblick von Snezi

Nach dem dritten Tag habe ich zu Urs gesagt, dass ich so eine Reise niemals mehr wieder machen würde. Wir waren in den frühen Morgenstunden in Varna angekommen und waren so müde, dass wir unsere Fahrzeuge mitten in der Stadt geparkt und darin geschlafen hatten. Dieses über den Balkan heizen und bis in die frühen Morgenstunden fahren war für mich sehr strapaziös. Aber man soll ja niemals „nie“ sagen, und so war es schlussendlich dann auch, dass ich am Ende der Rallye anders darüber dachte.

Ich habe viel Hilfsbereitschaft und große Sympathie für unsere Autos und die Sache erlebt; ob nun von den Menschen in den Ländern, durch die wir gekommen sind, oder von unseren Rallyekolleginnen und -kollegen. Wir sind durch Teile meiner Heimat gekommen, und ich war sehr glücklich darüber, meinen Teamkollegen diesen Teil meiner Herkunft vor Ort vorstellen zu dürfen und so ein persönlicheres Bild der Menschen und der Länder zeigen zu können. Überrascht, da ich kaum etwas über die Türkei wusste, war ich von der herzlichen Gastfreundschaft der Menschen dort und der wunderschönen Landschaft, wie sie sich uns z. B. in den Weiten Anatoliens zeigte. Dank George von den Glockenstupfern hatten wir die Möglichkeit, die Türkei, ihre Menschen und Kultur aus einem wesentlich persönlicheren Blickwinkel kennenzulernen. Und natürlich nicht zu vergessen Istanbul, denn wann hat man schon die Möglichkeit, zwischen der Hagia Sophia und der Blauen Moschee sein Nachtlager aufzuschlagen? Aber wir haben auch andere, bedrückende Seiten von Ländern auf dem Balkan gesehen, durch die wir gekommen sind.

Nach den 4 Tagen auf See, die sehr fordernd waren, habe ich für mich zu diesem Zeitpunkt festgestellt, dass diese mich an meine Grenze gebracht haben. Aber ich hatte auch zuvor richtig viel Spaß dabei gehabt, beim Einschiffen der Autos zuzuschauen und über so manche Motorhaube, manchem Dach und manchem Kofferraumdeckel zu klettern.

Eine große Enttäuschung war für mich das Rallyeende. Gerne hätte ich mit unseren Autos das Ziel Jordanien erreicht, denn das war für mich in Gedanken und Worten der eigentliche Schlusspunkt dieser Rallye. Umso mehr freute ich mich, dass unsere Reise in Jordanien den Schlusspunkt gefunden hatte, wenn auch nur als reguläre Touristen. Da ich schon vor etwa 10 Jahren das Land besucht hatte war ich neugierig, wie es sich dieser Tage präsentieren würde. Wir haben in diesen 5 Tagen vor Ort viel erlebt und gesehen und ich konnte wiederrum einige neue Eindrücke und Erlebnisse mitnehmen.

Für mich war diese Reise, rückblickend betrachtet, ein großes Abenteuer mit einem – alhamdullilah! – positiven Ausgang. Nichts war so, wie ich es mir vorgestellt habe. Aber genau das gab mir die Möglichkeit, neue Erfahrungen zu sammeln, mich auf die jeweilige Situation einzustellen und diese nach bestem Wissen und besten Kräften zu meistern. Und ich habe viel mitgenommen und bin dankbar, dass ich das alles erleben durfte.

Über archorient

Team 22 Allgäu-Orient-Rallye 2011
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