11. Rallyetag (10.05.2011): Ein Tag auf türkisch-Zypern

Ziemlich müde und erledigt warteten wir im Hafen darauf, dass es jetzt schnell auf die Fähre ging. In der Tat dauerte es jetzt auch nicht mehr lange, und die ersten Autos schifften sich ein. Dabei setzen manche Rallyekollegen durchaus auch ihre Ellbogen ein. Da wir schon seit mehren Tagen gemeinsam unterwegs waren, wollten wir von arch-orient schauen, dass wir mit den Glockenstupfern mit auf das Boot kommen. Nachdem einige Fahrzeuge an Bord waren erhielten wir die Information, dass die Fähre voll war und das 15 Fahrzeuge zu einem anderen Hafen fahren müssten. Es war mittlerweile nach 01:00 und wir waren müde und auch immer noch verärgert, aber es half ja nichts. Bernd fuhr voraus und wir waren aus unserer Gruppe die Ersten, die das andere Hafengelände erreichten. Da aber auch noch andere Fahrzeuge dort schon parkten, waren wir mehr das Schlusslicht. Es wurde 02:00, 03:00 und immer noch dauerte das Verladen der Autos. Irgendwann, gegen 03:30 ging es auch für uns an Bord: Tobias machte den Anfang, dann folgte Snezi. Das Auto erfolgreich, weil von den Matrosen ruhig und gelassen beim Einparken geführt, abgestellt, gesellte sich Snezi zu Tobias. Wir schauten raus und sahen, dass Urs, der als nächster kommen sollte, nicht an der Rampe stand, sondern quer dazu, in Richtung einer anderen Fähre. Wir wollten aber zuschauen, dass wir zusammenblieben. Wir baten George, der gerade da war, uns zu helfen, und er redete auch gleich mit den Matrosen. Wir freuten uns, als Urs an Bord war. Die Freude wurde aber leider dadurch getrübt, dass ausgerechnet Bernd, der als letzter im Hafen in der Reihe stand, nicht mehr auf die Fähre kam, weil schon zu viele Autos drauf waren. Er musste wieder in den anderen Hafen zurückfahren. Umso mehr freuten wir uns, als wir von Gaby und George erfuhren, dass Bernd wenigstens bei uns auf dem Schiff die Nacht verbringen würde. Es war mittlerweile ca. 05:00 und es war für die letzten, die sich eingeschifft hatten, ein Heidenspaß, denn die Autos waren so eng aneinandergeparkt, dass man über diese hinübersteigen musste, um zur Treppe, die an Deck führte, zu kommen. Das weckte bei so manchen Männern einen regelrechten Spieltrieb, denn wann hat man schon die Möglichkeit, offiziell und ohne rechtliche Verfolgung über Autos zu steigen? Leider kamen dabei einige Autos zu Schaden. Mit Sonnenaufgang fanden einige noch spät aufgebliebene Teammitglieder ins Auto zur Nachtruhe. Die brauchten wir auch, denn um 10:00 würden wir auf Zypern ankommen und wir würden die Konzentration brauchen, denn auf der Insel herrscht Linksverkehr. Gegen 09:00 wurden wir wieder wach und das war gut so, denn um Punkt 10:00 kamen wir auf Zypern an und die Ladeluke wurde geöffnet. Beim Runterfahren der Ladeluke sahen wir schon die ersten Pressevertreter mit ihren Kameras und Fotos draußen sehen. Wir fuhren rückwärts heraus, geleitet von unseren Matrosen, und standen auch schon unmittelbar im Fokus der Presse. Die ersten 80 Autos, die runterfuhren, wurden ausgewählt, an einem offiziellen Programm in der Stadt Kyrenia teilzunehmen. Dazu gehörten verschiedene Ansprachen, die Darbietung eines türkischen Volkstanzes von Kindern und der offizielle Start der Allgäu-Orient-Rallye auf Zypern durch den Premierminister. Wir mussten am Hafen unsere Pässe abgeben, die wir am Abend, wenn wir wieder zur Fähre kommen würden, wieder erhalten würden. Unter Polizeieskorte fuhren wir über die Insel, die landschaftlich sehr schön war. Zypern ist eine bergige Insel mit viel grünem Bewuchs. Das Meer schimmerte tiefblau und die Städte und Straßen waren in einem sehr ordentlichen und sauberen Zustand. Wir fuhren eine kurvige Bergstraße entlang, denn unser nächster Stop war das Bergdorf Iskele. Kurz vor Iskele meldeten sich Tobias und Werner: bei ihnen im Auto hatte es gebrannt, aber sie seien in Ordnung. Auf dem Parkplatz des Ortes traf sich das Team und beratschlagte. Jeder bekam eine Aufgabe, und die dringlichste war, nach Möglichkeit einen Mechaniker aufzufinden. Wir hatten Glück, und der Schrauber des Teams Mattschwarz kam uns zu Hilfe: die erste Diagnose war, dass der Auspuff auf der Oberseite durchgerostet ist. Dadurch ging die Hitze vom Auspuff aufs Bodenblech, was schlussendlich den Brand der Rücksitze auslöste. Wir mussten noch an Ort und Stelle in eine Werkstatt. Der Vorsitzende des lokalen Oldtimer-Automobilklubs, kam zu uns und organisierte den Kontakt zu einem Mechaniker, der uns abholen und in seine Werkstatt bringen würde. Markus rief George an und schilderte ihm unsere Lage. Dieser sagte, er werde sich gleich mit Bernd auf den Weg machen. Da der offizielle Teil in Iskele vorbei war, machten sich die anderen Rallyeteilnehmer wieder weiter und wir warteten auf den Mechaniker. Er kam dann auch und fuhr uns voran. Zwischendrin telefonierte Markus wieder mit George, der ihm durchgab, dass er und Bernd schon auf dem Weg waren. Unweit von Isekele entfernt fuhren wir schließlich in die Werkstatt ein und unser Auto wurde auf die Hebebühne gehoben. Dort stelle sich heraus, dass der Auspuff bzw. der Kat verstopft waren. Der Mechaniker hat schließlich den Endtopf abmontiert, aber wir wussten nicht, ob das ausreichend war, um den Schaden zu beheben. Dort erreichte uns auch der Anruf von George, dass sie in Isekele seien. Markus sagte, er würde zu ihnen kommen und sie herleiten. Er setzte sich ins Auto und fuhr los. Wir freuten uns, als wir ihn und die orangenen Autos der Glockenstupfer auf uns zufahren sahen. Gaby war mit dabei, und wir wussten, was jetzt kommen wuerde: man könne uns nicht EINEN Tag alleine lassen! Wir lachten schallend. Markus hatte George die Sachlage geschildert, so dass Uwe und Bernd im Bilde waren, und das Auto gleich auf die Hebebühne zur Reparatur bringen wollten. George erklärte dem Werkstattbesitzer unsere Absicht, aber dieser sagte, er habe keine Schweißgeräte vor Ort, die Uwe und Bernd für die Reparatur brauchten und ließ uns nicht auf die Hebebühne. Der Werkstattbesitzer berechnete uns nichts für die Reparatur, nur dem Mechaniker zahlte Robert 20 türkische Lira. So fuhren wir wieder zum Hafen, Tobias und Werner in unserer Mitte. Es ging alles gut, das Auto hat es geschafft. Vor dem Hafengelände aßen wir noch eine Kleinigkeit. Dann wurde das Zeichen zum Einschiffen gegeben. Es war wieder dieselbe Crew wie beim Tag davor, allein kam in der Reihenfolge, wer zuerst aufs Schiff kann, wieder Hektik auf. Wir schafften es, dass alle Glockenstupfer und die Autos von arch-orient zusammen aufs Schiff kamen. Während noch einige Teilnehmer der beiden Teams zusammensaßen und ratschten, klinkten sich Urs und Snezi gegen 23:00 aus.




Über archorient

Team 22 Allgäu-Orient-Rallye 2011
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