6. Rallyetag (05.05.2011): Ankara und die Schnitzeljagd auf der Burg

Dieser Morgen begann nass und kalt. Aufstehen fiel schwer und wir hatten zudem ziemlich verschlafen, weshalb wir uns beeilen mussten, wieder auf die Straße zu kommen. Diese war aber in einem guten Zustand, weswegen wir gut vorankamen und schon um die Mittagszeit Ankara erreichten. Tobias und Werner, Urs und Snezi wollten unbedingt ins Hotel, denn der Wunsch zu duschen war sehr groß. Unser Fahrerlager war diesmal im Hippodrom von Ankara. Um nicht zu sehr uns im Stadtverkehr zu verirren beschlossen wir, einen Taxifahrer zu fragen bzw. ihn vorausfahren zu lassen. Wir fanden einen netten Herrn, der sogar ein bisschen deutsch verstand und bereit war, uns zum Hippodrom zu führen. Als er uns verließ fanden wir uns auf dem Parkplatz eines großen Centers wieder. Völlig ratlos standen wir zusammen, denn der Taxifahrer hatte uns versichert, dass er das Hippodrom kenne und uns dorthin führen würde. Weit und breit aber kein Hippodrom zu sehen. Wir machten kehrt und versuchten unser Glück in einem anderen Stadtteil. Dort fragten wir die Polizei, doch die schickten uns wieder in die gleiche Richtung, aus der wir kamen. Wir versuchten es nochmal, und irgendwie kamen wir auf eine Straße, die auf der Rückseite des Centers verlief. Markus, der mit Robert vorausfuhr, sah als Erster die Autos anderer Teams auf  einem rechts von uns gelegenen Platzes und jubelte über Funk: wir haben das Hippodrom erreicht! Mit Hupen fuhren wir in das Rund ein und begrüßten die angekommenen Kollegen. Etwa 10 Teams waren schon da und hatten es sich in ihren Campingstühlen bei Bier schon gemütlich eingerichtet. Tobias, Werner, Urs und Snezi machten sich auf den Weg in die Stadt und checkten in einem Hotel ein. Danach trafen wir uns wieder im Hippodrom und machten uns auf dem Weg zur Burg, wo wieder eine Aufgabe auf uns wartete. Es war später Nachmittag als wir dort ankamen. Das Zelt-Pavillon im Restaurant am Eingang der Burg war gar nicht so leicht zu finden; andere Teams kamen uns mit dem Roadbook in der Hand entgegen und schüttelten auf unsere Frage verneinend den Kopf: sie haben es nicht gefunden. Den richtigen Hinweis gaben uns die Frauen, die auf den zur Burg führenden Steintreppen saßen und Häkelarbeiten, Armbänder und die typisch türkischen blau-weißen Amulette gegen den Bösen Blick verkauften. Auf einem Platz vor den Burgmauern war ein kleiner Pavillon aufgebaut, wo man drinnen und draußen sitzen konnte, ein Omelette essen und einen heißen türkischen Tee genießen konnte. Wir erledigten unsere Aufgabe, tranken einen Tee und schauten von den Burgzinnen auf Ankara. Ein kleiner Moment, in dem wir einfach nur Besucher einer Burg waren und uns über den schönen Sonnenuntergang freuten. Wir schauten  Kindern beim Drachensteigen zu und Markus durfte gegen einen kleinen Obulus den Drachen auch mal lenken. Den Weg zum Hippodrom legten wir zu Fuß zurück. Das war die beste Entscheidung des Tages, denn wir kamen durch das Stadtzentrum und seine Markthalle, den Basar, und nahmen kurz unmittelbar am Leben der Einheimischen teil. Dies war etwas, was uns ein bisschen gefehlt hatte. Wir bestaunten die verschiedenen Stände mit den angebotenen Waren. Da waren auch mal ganze Ziegenköpfe zu finden,  Fleisch und Fisch, Backwaren, Säcke mit Gewürzen, Gemüse und vor allem Süßigkeiten. Spontan beschlossen wir, an einem Imbissstand einen Döner zu Abend zu essen. Wir bekamen diesen mit einem Milch-Joghurt-Getränk, das dem Ayran sehr ähnlich schmeckte, als kostenlose Dreingabe zu unserem Döner auf die Hand. Wir hatten viel Spaß dabei und beschlossen spontan, auf dem Markt ein bisschen einzukaufen: eine landestypische Wurst, Gemüse und Süßigkeiten. Es versteht sich von selbst, dass wir Baklava kauften, aber auch normale Kekse. Wieder am Hippodrom angekommen bauten Markus und Robert, die die Nacht über im Fahrerlager bleiben würden, ihr Zelt auf. Markus warf den Grill an, und bei wärmendem Feuer, denn es war zwischenzeitlich schon Nacht und kalt geworden, tranken wir Kaffee, aßen unser Gebäck und kamen mit anderen Rallyekollegen ins Gespräch. Tobias und Werner verabschiedeten sich und gingen ins Hotel Urs und Snezi nutzten die Gelegenheit, im Auto noch einen Blog zu verfassen.Gegen elf war dann Aufbruch ins Hotel.

Iyi gece-ler; gute Nacht!



Über archorient

Team 22 Allgäu-Orient-Rallye 2011
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3 Antworten zu 6. Rallyetag (05.05.2011): Ankara und die Schnitzeljagd auf der Burg

  1. Miri & Dirk schreibt:

    Hallo Ihr Lieben,
    mit Spannung und lautem Lachen haben wir Eure Blogs gelesen. Wir drücken die Daumen, dass Eure Autos künftig keine Probleme mehr machen, damit Ihr ein bisschen mehr Zeit habt für die Länder und Kulturen – und nicht immer erst dann zum Schlafen kommt, wenn andere schon bald wieder aufstehen. Es sind trotzdem schon sehr interessante Blogs, die vermuten lassen, dass Ihr später noch ein Vielfaches erzählen könnt. Weiter viel Glück – damit das Kamel Eures wird. Viel Spaß und bis bald in diesem Blog.
    PS: wir wundern uns immer wer Robert ist – denn Namen haben wir noch nie gehört …
    Miri & Dirk

  2. Angelika Kassen schreibt:

    Guten Morgen!! Es ist schön wieder euren Blog lesen zu können und zu wissen was ihr erlebt habt. Super, dass das T-Modell wieder in Ordnung ist!
    Auch freut es mich, dass ihr die Idee hattet in einem Hotel zu übernachten, um auch duschen zu können. Vielleicht nächste Woche noch einmal– bevor wir eintreffen? 🙂
    Liebe Grüße und weiterhin viel Glück
    Angelika

  3. Gudrun Blinten schreibt:

    Hallo Rallye-Fahrer, wie geht es von Ankara aus weiter? Sauber und ausgeschlafen konntet ihr in den heutigen Tag starten. Toy,toy,toy.

    Grüße Gudrun

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