5. Rallyetag (04.05.2011): Von Europa nach Asien

In der Nacht hatte es in Istanbul geregnet. Doch die Temperatur am Morgen war einigermaßen mild, was uns das Aufstehen etwas leichter machte. Gegen 11:00 waren alle Teammitglieder wieder wach und Robert stieß wieder zu uns, geduscht, und nach einem Besuch beim Barbier, frisch rasiert. Da bis zu diesem Tag immer nur Katzenwäsche möglich war, hörten wir seinen Ausführungen über das Duschen im Hostel etwas neidvoll zu. Waren wir bei der Ankunft im Fahrerlager noch unter uns, fanden wir uns am Morgen inmitten von Menschen wieder, die über den Platz liefen. Es waren sowohl Einheimische als auch Touristen, die sich sehr interessiert und fasziniert zeigten, und die Autos bestaunten und fotografierten. Die Morgentoilette fand unter Zuschauern statt. Werner, Tobias, Robert, Urs und Snezi waren startklar und beschlossen, vor dem offiziellen Teil, der zum späteren Zeitpunkt stattfinden sollte, einen Abstecher in die Altstadt zu einem Frühstück zu machen. Markus blieb im Fahrerlager und vollzog mit Hilfe einer faltbaren Waschschüssel eine porentiefe Reinigung. Wir fanden ein sehr nettes Cafè, ausgestattet mit viel Plüschsofas und Plüschstühlen, das gleichwohl auch ein Hotel war. Eine empfehlenswerte Adresse: das Kybele Hotel. Für die männlichen Teammitglieder gab es sogar ein optisches Schmankerl: für ein Fotoshooting posierten Bauchtänzerinnen in ihren klassischen, farbenfrohen Kostümen auf einem Plüschsofa im hinteren Teil. Sie erregten, keine Frage, sehr viel Aufsehen, vor allem bei den männlichen Besuchern. Bei Börek und Clubsandwisch, mit Cappuccino und türkischem Mokka frühstückten wir in aller Ruhe und freuten uns, dieses schöne kleine Café gefunden zu haben. Anschließend Rückkehr ins Fahrerlager, da noch ein offizieller Teil folgen sollte, mit Ansprache von Regierungsvertretern und unserem OK. Wir hofften, Informationen darüber zu bekommen, wie es jetzt offiziell weitergehen sollte. Es gab zwar eine neue Routenplanung, mit der Fähre über den türkischen Teil von Zypern und Israel nach  Jordanien zu kommen, aber es war noch nicht bestätigt. Wir erhielten dann die Information, dass wir heute mit der Fähre vom europäischen auf den asiatischen Kontinent übersetzen würden. Die Teams versammelten sich bei der blauen Moschee, wo wir auch wieder eine Aufgabe erledigen mussten. Dort gab Wilfried den Startschuss, und wir liefen zu unseren Autos um zur Fähre zu gelangen. Dabei wurden wir von der Polizei eskortiert, und unter Hupen und Winken fanden wir unseren Weg durch den Istanbuler Stadtverkehr, Stoßstange an Stoßstange, mit Drängeln und Vorbeilassen den Weg zum Hafen. Als letztes Team kamen wir an Bord und die Fähre setzte über. Schweigend ließen wir das Panorama Istanbuls bestehend aus seinen typischen Häusern, Minaretten und vorbeifahrenden Schiffen und Tankern an uns vorbeiziehen. Keine Frage, Istanbul ist eine unglaublich facettenreiche, faszinierende und pulsierende Metropole, deren Größe schwer fassbar ist. Nach der kurzen Überfahrt fuhren Markus und Robert voraus und brachten uns zum Stadtteil Fenerbahce, wo unsere nächste Aufgabe auf uns wartete. Es gab an diesem Tag noch ein Freundschaftsspiel zwischen dem All-Star-Team von Fenerbahce und einer Auswahl an türkischen und internationalen Formel-1-Piloten, die zu der Zeit in Istanbul waren, da ein Rennen anstand. Sebastian Vettel war auch mit dabei. Wir hatten die Gelegenheit, dieses Spiel anzuschauen. Im Anschluss diskutierten wir, wie es weitergehen sollte. Unser nächstes Ziel hieß Ankara, das wir am nächsten Tag um die Nachmittagszeit erreichen wollten. Wir waren uns einig, dass wir aus Istanbul rausfahren wollten, zumindestens bis zum nächsten Ort, um nicht in die Rush-hour zu kommen. Alle Teilnehmer wollten in einem Hotel übernachten, um auch endlich mal duschen zu können. Markus und Robert übernahmen wieder die Führung und wir stellten fest, dass es gar nicht so einfach ist, aus Istanbul rauszukommen, denn gleichwohl wie wir die Einheimischen fragten, wir erhielten keine verwertbare Information. Schließlich nahmen sie den Kompaß zur Hand und tatsächlich, so langsam kamen wir aus Istanbul raus. In einem Imbiß aßen wir bei Dürüm und Adana Kebab mit Salat zu Abend und unterhielten uns mit dem Inhaber, der Kellnerin und dem Koch in einem Mischmasch aus englisch und türkisch, lachten viel und sammelten dabei neue türkische Vokabeln und neue facebook-Freunde. Nach einem Erinnerungsfoto machten wir uns wieder auf dem Weg. Wir hatten beschlossen, nicht mehr so lange zu fahren wir zuvor. Daraus wurde leider nichts, denn auf dem Weg raus waren in allen Orten, in denen vorbeikamen, sämtliche Hotels ausgebucht, da wir nicht die Einzigen mit dieser Idee waren. Unser Weg wurde immer länger, und nachdem wir nichts gefunden hatten, beschlossen wir kurzerhand nicht mehr weiterzufahren und uns einen Schlafplatz zu suchen. Nachdem wir 1/3 der Strecke nach Ankara geschafft hatten, fuhren wir müde und bei Regen  in einem kleinen Ort auf den Vorplatz vor einer kleinen Ladenzeile und richteten unser Nachtlager. Es war 04:00.

Über archorient

Team 22 Allgäu-Orient-Rallye 2011
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