Rückblick von Markus

Mein Fazit:

Diese Rallye war einzigartig, spannend und überraschend. Voller Begegnungen mit einzigartigen Menschen in spannenden Ländern in überraschenden Situationen.

Was als „Kaffeefahrt“ begonnen hat, hat in einem unvergesslichen Abenteuer geendet.

Mein Tip: Sofort wieder!

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Rückblick von Werner

Wenn man Bekannten und Freunden von der Rallye erzählt, ist am Ende immer
die Frage offen, ob es im nächsten Jahr wieder los geht. Was soll man
darauf antworten?

Eine abschließende Meinung dazu habe ich noch nicht. Hängt sicherlich auch
mit dem nächsten Ziel zusammen, wie man sich da entscheiden würde. Oder der
Lage in Syrien etc…

Sicher hat man dieses Jahr einiges in Syrien und Jordanien verpasst, doch
die „alternativen“ Ereignisse waren auf ganz besondere Art nicht weniger
interessant, spannend und unterhaltsam.
Auf die Rallye 2011 rückblickend stände einer weiteren grundsätzlich nichts
im Wege.

Eine andere Frage ist aber genauso spannend: Können die Erlöse aus den
Rallyefahrzeugen zumindest teilweise dem WFP zugeführt werden?
Zu hoffen bleibt, dass auch hier im Rahmen von Wahlkampfwerbung in der
Türkei die Erlöse (öffentlichkeitswirksam) dem WFP zugute kommen, getreu
dem Rallye-Ur-Gedanken.

Eine Erfahrung reicher ist man jedenfalls, wenn man rückblickend das
Erlebte passieren lässt, vom diversen Defekten an den Rallyefahrzeugen, der
absoluten Ahnungslosigkeit was noch alles passieren kann über die
Hilfsbereitschaft der verschiedenen Menschen oder einfach die
Gastfreundschaft in den bereisten Ländern. Auch die bleibenden Eindrücke
über die erschreckende Armut in den Balkanländern, wo wir leider nicht
lange verweilen konnten.

Dem Team 22 und allen „Fans“ sowie den netten, hilfsbereiten Leuten, denen
wir währen der Fahrt begegneten, sage ich danke.

In diesem Sinne wünsche ich schöne Aussichten auf einen nächsten Urlaub,
oder sollte es doch `ne Rallye sein?

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Bildergalerie

Hier findet ihr die Bilder zu unserer Rallye. Viel Spaß beim Blättern.

Schaut in ein bis zwei Wochen nochmals vorbei. Vielleicht sind dann noch weitere Bilder dazu gekommen.

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Rückblick von Robert

Auch wenn die Rallye ein Loch in Deinen Geldbeutel reisst, die Erlebnisse und Begegnungen in den Ländern sind für mich ein großer Gewinn und ich werde mich immer daran zurückerinnern.

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Rückblick von Snezi

Nach dem dritten Tag habe ich zu Urs gesagt, dass ich so eine Reise niemals mehr wieder machen würde. Wir waren in den frühen Morgenstunden in Varna angekommen und waren so müde, dass wir unsere Fahrzeuge mitten in der Stadt geparkt und darin geschlafen hatten. Dieses über den Balkan heizen und bis in die frühen Morgenstunden fahren war für mich sehr strapaziös. Aber man soll ja niemals „nie“ sagen, und so war es schlussendlich dann auch, dass ich am Ende der Rallye anders darüber dachte.

Ich habe viel Hilfsbereitschaft und große Sympathie für unsere Autos und die Sache erlebt; ob nun von den Menschen in den Ländern, durch die wir gekommen sind, oder von unseren Rallyekolleginnen und -kollegen. Wir sind durch Teile meiner Heimat gekommen, und ich war sehr glücklich darüber, meinen Teamkollegen diesen Teil meiner Herkunft vor Ort vorstellen zu dürfen und so ein persönlicheres Bild der Menschen und der Länder zeigen zu können. Überrascht, da ich kaum etwas über die Türkei wusste, war ich von der herzlichen Gastfreundschaft der Menschen dort und der wunderschönen Landschaft, wie sie sich uns z. B. in den Weiten Anatoliens zeigte. Dank George von den Glockenstupfern hatten wir die Möglichkeit, die Türkei, ihre Menschen und Kultur aus einem wesentlich persönlicheren Blickwinkel kennenzulernen. Und natürlich nicht zu vergessen Istanbul, denn wann hat man schon die Möglichkeit, zwischen der Hagia Sophia und der Blauen Moschee sein Nachtlager aufzuschlagen? Aber wir haben auch andere, bedrückende Seiten von Ländern auf dem Balkan gesehen, durch die wir gekommen sind.

Nach den 4 Tagen auf See, die sehr fordernd waren, habe ich für mich zu diesem Zeitpunkt festgestellt, dass diese mich an meine Grenze gebracht haben. Aber ich hatte auch zuvor richtig viel Spaß dabei gehabt, beim Einschiffen der Autos zuzuschauen und über so manche Motorhaube, manchem Dach und manchem Kofferraumdeckel zu klettern.

Eine große Enttäuschung war für mich das Rallyeende. Gerne hätte ich mit unseren Autos das Ziel Jordanien erreicht, denn das war für mich in Gedanken und Worten der eigentliche Schlusspunkt dieser Rallye. Umso mehr freute ich mich, dass unsere Reise in Jordanien den Schlusspunkt gefunden hatte, wenn auch nur als reguläre Touristen. Da ich schon vor etwa 10 Jahren das Land besucht hatte war ich neugierig, wie es sich dieser Tage präsentieren würde. Wir haben in diesen 5 Tagen vor Ort viel erlebt und gesehen und ich konnte wiederrum einige neue Eindrücke und Erlebnisse mitnehmen.

Für mich war diese Reise, rückblickend betrachtet, ein großes Abenteuer mit einem – alhamdullilah! – positiven Ausgang. Nichts war so, wie ich es mir vorgestellt habe. Aber genau das gab mir die Möglichkeit, neue Erfahrungen zu sammeln, mich auf die jeweilige Situation einzustellen und diese nach bestem Wissen und besten Kräften zu meistern. Und ich habe viel mitgenommen und bin dankbar, dass ich das alles erleben durfte.

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Rückblick von Urs

Ich blicke mit einem lachenden und einem weinenden Auge zurück auf die Rallye. Warum das weinende Auge? Weil wir die Rallye nicht wie geplant beenden konnten. Gerne hätte ich mit meinen Teamkollegen die Näherei in Syrien besucht und dort unsere Nähmaschine abgegeben. Gerne hätte ich mit eigenen Augen gesehen, wie so ein kleines, für uns schon unscheinbares Gerät, dort die Grundlage für die Versorgung einer Familie bilden kann. Gerne hätte ich Damaskus und die anderen Städte und Orte in Syrien gesehen, das Land durchquert, das von früheren Rallyeteilnehmern als beeindruckend geschildert wurde. Für dieses Erlebnis hätte ich auch die gefürchteten, langen Wartezeiten an den Grenzen auf mich genommen. Gerne hätte ich auch Jordanien mit unseren Rallyefahrzeugen durchquert, die Käserei besucht, mir vor Ort ein Bild von dem bisher geleisteten der letzten Rallyes gemacht und die Abschlussprüfung im Wadi Rum erlebt. Mit den anderen Teams eine Nacht in der Wüste, unter einem umwerfenden Sternenhimmel verbracht und die Erlebnisse der Rallye ausgetauscht.

Doch leider kam es ganz anders. Wir mussten die Fahrzeuge in der Türkei lassen und haben diese ohne großen Abschied auf dem Parkplatz bei Antalya zurück gelassen.

Irgendwie ist diese Rallye für mich nicht wirklich und richtig zu Ende.

Aber trotz der Turbulenzen auf dem Mittelmeer und dem unglücklichen Rallyeende bin ich froh dieses Abenteuer erlebt zu haben.

Und somit sind wir bei dem lachenden Auge. Es waren unvergessliche zwei Wochen und noch mehr. Alles begann mit der Vorbereitung, die zwar sehr viel Zeit in Anspruch genommen hat, aber schon so manche Überraschung und Spaß bereit gehalten hat. Dann die eigentliche Rallye. Wir sind über wilde Straßen gefahren, mussten Schlaglöcher umschiffen und sind dann nach einer Kurve plötzlich auf Straßen gefahren, um die uns manche Gemeinde in Deutschland beneiden würde.

Wir haben nette und hilfsbereite Menschen getroffen, sowohl in den Ländern die wir durchfahren haben, als auch aus anderen Rallyeteams. Da waren die jungen serbischen Polizisten, die uns mitten in der Nacht voraus gefahren sind, um uns wieder auf den richtigen Weg zu bringen. Kurze Zeit später hat uns Nenad geholfen unseren Kombi wieder fahrtauglich zu machen. Nicht nur das er uns Teile seines Werkzeuges vermachen wollte, so wurden wir mit einem guten selbstgebrannten Slivowitz wieder fahrbereit gemacht. Er blieb so lange am Straßenrand stehen, bis wir in der Nacht verschwunden waren. Kurz nach dem Grenzübertritt in die Türkei sind wir in einem Restaurant von einem sehr freundlichen Gastwirt empfangen worden und eine türkische Restaurantbesucherin ist ohne langes drumherum reden als türkisch-englische Dolmetscherin zur Hilfe bereit gewesen. Beim Verlassen von Istanbul sind wir in einem kleinen Imbiss auf gastfreundliche Besitzer gestoßen, mit denen wir uns nur mit Händen und Füssen verständigen konnten. Wir hatten eine Menge Spaß zusammen, das Essen war hervorragend und zum Abschied haben sie uns ebenfalls noch lange nachgewunken.

Als kurz nach Gürün bei Dunkelheit und schlechtem Wetter das Relais der Lichtmaschine unserer S-Klasse versagte, waren wenige Minuten später aus dem dunklen die Glockenstupfer zur Stelle und halfen uns das Problem zu lösen. Sie wurden unsere Wegbegleiter, ab und an auch wieder unsere Helfer, bis zum Ende der Rallye. Wir hatten eine tolle Zeit zusammen und haben das türkische Leben dank George näher kennengelernt. Wir wurden im Stadion von Gaziantep von einigen Fanclubmitgliedern zu einem tollen Frühstück eingeladen und haben versucht zu erklären, warum diese Saison der VfB nicht so super spielt.

Die balkanesische Gastfreundlichkeit kannte ich schon früheren Besuchen und natürlich von Snezi´s Familie. Die Türkei hatte ich noch nie zu vor besucht. Umso überraschter war ich von weiten Teilen der Landschaft, der Gastfreundlichkeit und dem guten Essen.

All dies und noch vieles mehr macht diese Rallye so besonders für mich. All dies lässt die Strapazen und den Schlafmangel vergessen.

Und wer weiß, vielleicht werden wir in der Zukunft diese Rallye mal zu Ende fahren können…………

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Rückblick von Tobias

Die Allgäu-Orient Rallye bestand für mich nicht nur aus den Tagen der eigentlichen Rallye, sondern auch aus den Vorbereitungen und der Anschlussreise durch Jordanien.

Die Vorbereitungen mit der Gründung einer GbR, dem Kauf der Autos, dem Filmdreh des Teamvideos, dem Suchen von Sponsoren und vielen weiteren Dingen haben zwar sehr viel mehr Zeit in Anspruch genommen als wir uns vorstellen konnten, aber auch sehr viel Spaß gemacht und wir konnten bereits hier viele neue und wertvolle Erfahrungen sammeln.

Die eigentliche Rallye wurde neben den sehr interessanten Eindrücken in den unterschiedlichen Ländern, die man so bei anderen Reisen nie erleben würde, gerade durch ihre Tücken und den Anstrengungen zu einem absolut besonderen Erlebnis:

Wir wollten ein Abenteuer und haben es bekommen ohne persönlich in ernste Gefahr gekommen zu sein!

Die Anschlussreise in Jordanien mit Werners Familie und Nicole war für mich nach dem offiziellen Abbruch in der Türkei ein schöner Abschluss der Rallye. So sind wir zwar ohne Autos aber doch noch an unser Ziel gekommen.

Das Resümee der Rallye fällt für mich durchaus positiv aus. Ich kann mir gut vorstellen in den kommenden Jahren, wenn es wieder möglich ist durch Syrien zu fahren, ein weiteres mal teilzunehmen um die Rallye auch mit den Autos in Jordanien zu beenden.

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Bilder für den 5./10. Rallyetag sind online sowie für den Artikel „Endspurt“ – bitte direkt bei den Blogs schauen!

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Bilder für den 9./11./12. und 13. Rallyetag sind online – bitte direkt bei den Blogs schauen!

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15. Rallyetag (14.05.2011): Das war’s!

Gegen 09:00 waren alle Teammitglieder von arch-orient wach. Um ca. 10:00 hieß es, würden wir in Mersin ankommen. Wir hatten eine Stunde, um zu entscheiden, was wir wieder mit nach Hause mitnehmen wollten und was wir dalassen konnten, sowie das Thema Fahrzeuge zu diskutieren. Die Glockenstupfer erklärten sich netterweise bereit, einiges von unserem Equipment mitzunehmen. Wir entschieden, die wertvolleren Dinge sollten wieder nach Hause kommen. Dazu gehörte unter Anderem auch die Funkanlage samt Antennen, die Werner behende abmontierte und in der Kühlbox verstaute. Andere Dinge wie z. B. das mitgebrachte Spielzeug, unser Grill, die Campingstühle, Holzkohle, das von Markus mitgebrachte Holz und andere Kleinigkeiten ließen wir auf der Fähre zurück; sie wurden gerne von unserer Fährcrew entgegengenommen. Die Zeit verstrich schnell, so dass wir uns sputen mussten. Wir rissen noch in Kürze das Thema Fahrzeuge an. Das Problem war, dass wir jetzt wieder offiziell mit den Autos in die Türkei einreisen würden, was mit einem entsprechenden Stempel im Pass dokumentiert würde. Verschenken oder verkaufen konnten wir die Fahrzeuge nicht, da dabei der Einfuhrzoll fällig werden würde. Von anderen Teams hörten wir, dass es keine andere Möglichkeit geben würde, als mit den Autos aus der Türkei auszureisen, da damit der entsprechende Stempel im Pass ausgetragen werden würde. Die Krux bei der Sache für uns war die, dass wir eine erhebliche zeitliche Verzögerung hinsichtlich des  Anschlussprogramms in Jordanien hatten, da Werners Familie und Nicole schon da waren. Wir mussten einen Weg finden, wie wir die Autos ganz schnell loswerden und ganz schnell nach Amman kommen konnten. Hinsichtlich der Prozedur der Fahrzeuge gab es vielerlei Gerüchte. Da die Stimmung auf der Fähre ziemlich hochgekocht war, waren die Diskussionen auch bei anderen Teams sehr emotional. Wir beratschlagten uns mit den Glockenstupfern. Dann kam auch schon wieder Land in Sicht und die Ladeluke wurde runtergefahren. Einer nach dem anderen fuhr von der Fähre runter und wir alle waren unglaublich froh, dass wir wieder Boden unter den Füßen hatten, wenngleich dieser sehr zu schwanken schien. Wir durchliefen wieder einmal die komplette bürokratische Prozedur bestehend aus Eintragung des Autos im Pass, Anmeldung bei der Polizei und nochmals an einem anderen Schalter ein Einreisestempel im Pass. Auf dem Parkplatz am Kai diskutierten wir weiter; Markus telefonierte mit seinem Vater und seiner Schwester und bat sie, Informationen aus dem Internet hinsichtlich der Ausreise mit Auto aus der Türkei zu holen. Tobias rief seine Schwägerin an. Robert kontaktierte die Allianz. Die Rückmeldungen ergaben, dass wir das Auto persönlich aus der Türkei bringen mussten; es gäbe zwar noch die Möglichkeit der Ausreise ohne Auto, die bei bestimmten Zollämtern in bestimmten Städten möglich war. Da wir aber nicht wussten, welche diese waren, lag uns der Weg näher, mit den Autos auszureisen und sie offiziell aus dem Pass austragen zu lassen. Am Tor des Hafeneingangs standen George und andere Teams. Gegen eine kleine Gebühr konnten wir das Hafengelände verlassen. Wir warteten auf die Glockenstupfer, dann verließen wir gesammelt das Gelände. Am Parkplatz vor dem Hafengelände parkten nacheinander alle Teams. Bei den Autos beratschlagten wir, was wir tun sollten und hatten relativ schnell eine Entscheidung getroffen: wir wollten nach Sofia fahren und dort die Autos verkaufen. Da wir nun ganz offiziell die Autobahn benutzen konnten, würden wir mit zügigem Durchfahren und Fahrerwechsel schätzungsweise in der Nacht in Sofia ankommen. Markus telefonierte noch mit der Deutschen Botschaft und versuchte, weitere Informationen zu bekommen, war aber nicht wirklich der Fall war. Wir entschieden, in Mersin noch eine Kleinigkeit zu essen und dann loszufahren. An einer Rasenfläche auf dem Parkplatz standen Wilfried und Marli und hatten dort Banner mit dem Logo der Rallye aufgebaut: an dieser Stelle sollten die Steine, die für den Jabal Otto gedacht waren, gemauert werden. Die Glockenstupfer waren schon da. Wir unterhielten uns noch kurz mit ihnen; dann hieß es, Abschied nehmen von unseren Freunden. Mit guten Wünschen für die Rückreise trennten wir uns. Wir steuerten ein Lokal an und genossen mit Blick auf den Hafen das türkische Essen. Im Anschluss entschieden wir kurzfristig, nochmal auf den Parkplatz zu gehen und zu schauen, ob es noch Neuigkeiten gibt. Das war ganz gut so, denn kaum dort angekommen erfuhren wir von anderen Teams, dass das OK eine Lösung für das Thema Ausreise und Fahrzeuge gefunden hatte. In diesem Fall würde Nadir, ein türkischstämmiges OK-Mitglied, mit einer entsprechenden Vollmacht von uns die Autos beim türkischen Zoll abmelden. Damit könnten wir ohne Auto ausreisen. Das ging deshalb, weil man nach der Ausreise ohne Auto ein halbes Jahr Zeit hat, das Fahrzeug ordnungsgemäß beim türkischen Zoll abzumelden; ein entsprechender Datumsstempel stand im Pass. Wir müssten die Fahrzeuge hierfür nach Antalya bringen und dort auf einem bestimmten Parkplatz abstellen. Wir diskutierten kurz, ob wir das so machen wollten, da dieser Weg eine große Zeitersparnis für uns bedeuten würde. Mit mittlerweile geübtem Blick prüften wir auf der Landkarte, wie lange wir unterwegs sein würden. Die Schätzung ergab, dass wir am Abend in Antalya eintreffen könnten. Die Fahrzeughalter entschieden sich für diese Option und wir brachen unmittelbar auf.

Immer an der Küste entlang fuhren wir auf teilweise guten Straßen. Dann wiederum waren es unbefestigte Schotterpisten, da die Straße im Bau war und noch asphaltiert werden musste. Das Tempo war hoch, denn wir wollten unbedingt am selben Tag in Antalya sein. Wir kamen an Touristenhochburgen vorbei und schüttelten angesichts der stereotypen Architektur den Kopf. Es war Nacht, als wir in Antalya ankamen. Den Ort Belek fanden wir ohne größere Schwierigkeiten. Aber wir mussten nach Betüyab auf den Parkplatz kommen. Da verabschiedete sich plötzlich das Getriebe von Urs‘ und Snezi’s Auto; es war nur noch Fahren im ersten Gang möglich. In Belek irrten wir innerhalb des Ortes hin und her, doch wir fanden diesen Parkplatz des Hotelverbandes einfach nicht. Schließlich gaben wir entnervt auf und rekrutierten einen Taxifahrer, der uns nach Betüyab brachte. Dort fanden wir auch den angegebenen Parkplatz – Alhamdullilah! Jeder von uns machte drei Kreuze und wir waren sehr erleichtert! Wir parkten unsere Fahrzeuge und kamen zusammen, um zu entscheiden, wie es weitergehen sollte. Wir mussten ja noch die Flüge nach Amman buchen; das Hotel am Flughafen war ausgebucht, sagten uns die Taxifahrer, die mittlerweile auch auf dem Parkplatz standen. Also rein nach Antalya und dort ins Hotel. Wir ließen uns noch sagen, wie lange wir von der Stadt zum Flughafen brauchten. Nach und nach kamen auch andere Teams an. Und dann war
der Moment da, da wir uns von unseren treuen Begleitern, die uns bis hierher gebracht hatten, verabschieden mussten. Wir leerten einer nach dem anderen den Kofferraum des eigenen Autos. Wieder andere Dinge, die wir nicht mitnehmen konnten, wie z. B. Werkzeug, ließen wir in den Autos. Mit einem Schraubenzieher montierten wir die Kennzeichen unserer Mercedes ab. Das war’s. Mit den Kennzeichen in den Händen hatte die Rallye für uns hier auf diesem Parkplatz das Ende gefunden. Markus zog eine Tüte mit Coronabier hervor, die er an einer Tankstelle in Belek gekauft hatte, und wir stießen zusammen an: auf das Rallyeende, auf unsere Reise, auf unsere Autos und auf einiges mehr. Manche von uns verabschiedeten sich von ihren Autos. Wir machten die letzten Fotos von uns und unseren Fahrzeugen. Und dann war es vorbei. Wir luden unser Gepäck in zwei Taxen und ließen uns nach Antalya reinfahren. Die Fahrt dauerte relativ lange, ca. 30-45 min.. In der Stadt angekommen hielten unsere Fahrer vor einem kleinen Hotel. Dort sahen wir schon unsere Teamkollegen, die Flying Finns, die wir auf der Suche nach dem Ort Betüyab getroffen hatten. Wir checkten ein und setzten uns zusammen, um den Flug nach Amman zu buchen. Markus fand auf einem entsprechenden Portal einen Flug über Istanbul nach Amman am folgenden Tag und buchte gleich für uns 6 Personen. Glücklich darüber, dass wir einen Flug hatten, der uns nach Jordanien bringen würde, brachen wir ins Stadtzentrum auf, wo wir uns ein Abendessen auf die Hand holten, bestehend aus Döner und Börek. Zurück im Hotel verabredeten wir eine Uhrzeit zum Frühstück und verabschiedeten uns anschließend mit Gute-Nacht-Wünschen auf unsere Zimmer. Am nächsten Tag bekamen wir noch von den Oriental Proms, die wir in unserem Hotel am Morgen antrafen die Auskunft, dass noch am selben Tag um 12:00 eine Sondermaschine der Royal Jordanian Airline nach Amman fliegen würde und wir am Flughafen mit Hilfe des OK die Ausreise ohne Auto in unseren Pässen eintragen lassen konnten. Dies alles hat glücklicherweise auch geklappt und wir haben mit Werners Familie und Nicole, die (großes Lob!) vor Ort alles super organisiert hatten einige schöne und erlebnisreiche Tage in Amman verbracht.

Mit diesen letzten Anmerkungen schließen wir unser Rallyetagebuch.

Wir bedanken uns bei allen Leserinnen und Lesern, die uns treu geblieben sind und viel Geduld gezeigt haben angesichts der nicht immer einfachen technischen Lage. Wir bedanken uns ebenfalls für Eure netten und aufmunternden Kommentare. Dank geht auch an diejenigen, die uns während der Reise mit Informationen versorgt haben („Drosselklappe“ 😉 sowie an alle Rallye-Teamkollegen, die uns bei Pannen und mit Erfahrungen hilfreich zur Seite gestanden haben.

Wie schon angekündigt, werden die einzelnen Teammitglieder ein persönliches Fazit online stellen, wir werden die einzelnen Blogs noch mit Bildern ergänzen sowie eine kleine Bildergalerie zusammenstellen, deshalb: schaut in nächster Zeit immer mal wieder rein.

Ganz herzliche und liebe Grüße,

Euer Team arch-orient

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